Warum es wichtig ist, dass Kirchengemeinden fair handeln:

 
Die Schöpfung wird bewahrt

  • Als Christen tragen wir eine Verantwortung für Gottes Schöpfung. So hat Gott uns in 1. Mose 2,15 den Auftrag gegeben, die Erde nicht nur zu bebauen, sondern sie auch zu bewahren: „Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte“.
  • Zur Bewahrung der Schöpfung tragen regionale und saisonale Produkte durch kurze Transportwege, weniger Energieverbrauch für Gewächshäuser und – bei ökologisch erzeugten Produkten – weniger Chemieeinsatz bei. Bei Produkten wie Kaffee oder Kakao, die bei uns nicht wachsen, setzt der faire Handel je nach Zertifizierung unterschiedlich hohe ökologische und soziale Standards für die Bewahrung der Schöpfung in den Ländern des globalen Südens.


Wir haben Verantwortung gegenüber Menschen in aller Welt

  • Als Christen haben wir eine Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen weltweit. In vielen Geschichten und Beispielgeschichten wendet sich Jesus sozial benachteiligten Menschen zu. Die Geschichte vom barmherzigen Samariter in Lukas 10, 29-37 steht für die Situation vieler Menschen, denen z.B. in Südamerika ihr Land und damit ihre Lebensgrundlage entzogen wurde. Inzwischen wird in Südamerika auf einer Fläche so groß wie Deutschland und Österreich zusammen Futtermittel für den europäischen Markt produziert.
  • Um langfristige negative Auswirkungen durch unser wirtschaftliches Handeln zumindest einzudämmen, können wir als Kirchengemeinden und diakonische Einrichtungen mit gutem Beispiel für zukunftsfähiges Wirtschaften vorangehen. Aufgrund von globalen Verflechtungen hat unser Handeln kurzfristige und langfristige Auswirkungen auf Menschen hier in Württemberg und weltweit.
  • Kirchengemeinden und diakonische Einrichtungen bilden gemeinsam eine starke Stimme, die sich auch politisch für ein zukunftsfähiges Wirtschaften stark machen kann.

 

Kirchengemeinden sind eine große Marktmacht

  • Kirchengemeinden und diakonische Einrichtungen beschaffen und konsumieren viele Produkte und Dienstleistungen. Durch die Steigerung der Nachfrage nach regionalen, saisonalen, ökologischen und fairen Produkten trägt eine Gemeinde oder Einrichtung selbst dazu bei, dass das Angebot vor Ort weiter wächst und die Strukturen ausgebaut werden. Damit setzen Kirchengemeinden ein Zeichen und beeinflussen den Handel nachhaltig.

 
Qualität und Preis

  • Ökologisch produzierte und fair gehandelte Produkte sind heute oft nicht mehr teurer als herkömmliche Produkte. 
  • Die Auswahl ist bei vielen fairen Produkten mittlerweile so groß, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. So führt die Produktdatenbank von Fairtrade Deutschland beispielweise zum Thema Kaffee schon mehr als 300 Einträge, und da sind die GEPA-Produkte noch nicht einmal inbegriffen. 
  • Auch andere ökologische und fair gehandelte Produkte stehen herkömmlichen Produkten, was die Qualität angeht, in nichts mehr nach. So ist zum Beispiel Recycling-Papier nicht mehr automatisch grau und auch für Drucker bestens geeignet. 

 

Weitere Informationen und Argumente für zukunftsfähiges Wirtschaften finden Sie auf der Homepage von Brot für die Welt   

 
 

Vorurteile entkräften

"Fair gehandelter Kaffee schmeckt nicht" - ein Klischee, das nicht mehr stimmt, ganz im Gegenteil. Dennoch tauchen Vorurteile gegen fair gehandelte, umweltfreundliche und ökologische Produkte auch in der aktuellen Diskussion über das Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit Kanada und den USA auf. Dabei liegen zwischen dem vor über zwanzig Jahren erstmals angebotenen "Nicaragua-Kaffee" und dem fair gehandelten Kaffee von heute Welten. Damals symbolisierte der Kaffee vor allem Solidarität mit der Dritten Welt. Heute gibt es ein breites Angebot von über 100 hochwertigen Kaffeesorten aus fairem Handel. Der etwas höhere Preis lohnt sich, da weniger Kaffeepulver als bei konventionellem Kaffee benötigt wird. Alle fair gehandelten, gemahlenen Kaffees eigen sich übrigens für Kaffeemaschinen, auch in der Gastronomie.  

Mehr Informationen zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen : Fairer Handel - pro und contra

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