Suchtklinik am Höchsten, Schwester Karin, Schloss Altshausen: Fotos: Diakonisches Werk Württemberg

Ein unvergesslicher Tag

Sturm, Regen, eine unwahrscheinliche Gastfreundschaft und viele Informationen über diakonische Einrichtungen – die Pilger bekamen auf ihrer Wanderung am Sonntag, 4. August, von Bad Saulgau zum Dornahof jede Menge geboten. 

Bei noch strahlendem Sonnenschein trafen sich die rund 20 Teilnehmer an der geführten Wanderung am Sonntagmorgen an der Fachklinik Höchsten in Bad Saulgau. Die wohl älteste Fachklinik für suchtkranke Frauen in Deutschland ist  inzwischen in der modernsten Suchtklinik Deutschlands untergebracht ist und gehört zur der Suchthilfe der Zieglerschen. Die Fachklinik Höchsten bietet Therapieplätze bei Alkohol-, Drogen-, Suchtmittelabhängigkeiten und Essstörungen. Vielen Betroffenen kann geholfen werden, rund 80 Prozent sind nach einem Jahr noch suchtfrei. Einige der derzeitigen Patientinnen führten die Pilger stolz durch das schöne Haus am Rand von Bad Saulgau und erzählten offen sich und ihren Weg in die Sucht. Aber wie halten Menschen, die in der Klinik arbeiten, die doch oft sehr belastende Tätigkeit aus? „Es ist gut, dass ich beten kann“, so Dietmar Huland, therapeutischer Leiter der Fachklinik. 

Seine schützende Hand hielt Gott dann auch über Wanderer, als sie auf ihrem Weg über Wiesen und Felder zum Kloster Sießen in ein furchtbares Unwetter gerieten. „Das Unwetter hat uns bei der Wendelins-Kapelle überrascht“, erzählt Ernst Wahl, einer der Organisatoren der Wanderung des Diakonischen Werk Württemberg auf dem Diakonie Pilgerweg. „Ich dachte, wir schaffen es noch bis zum Torbogen des Klosters, aber das war ein großer Irrtum.“ Der Wind peitschte den Regen in kurzer Zeit nur so über die Straßen, der Sturm knickte Bäume und Äste reihenweise um. Und die Pilger waren in kurzer Zeit bis auf die Haut durchnässt. Doch von weiterem Unheil blieben sie verschont. Im Kloster Sießen wurden die Durchnässten - darunter einige über 70-Jährige, zwei Kinder und ein Hund - mit größer Gastfreundschaft aufgenommen. Die Franziskanerinnen besorgten erst Handtücher, dann Wechselkleidung, kochten heißen Tee und Kaffee und steckten die nasse Kleidung in ihre Wäschetrockner. Während die Hosen, Röcke, Hemden und Blusen trockneten, berichtete Schwester Karin Berger, Generalvikarin des Ordens in Sießen, über die wechselhafte Geschichte des Klosters und der Franziskanerinnen, die in ihrer Tätigkeit sehr lange einen Schwerpunkt auf die schulischen Bildung von Mädchen und jungen Frauen legten. 

Wohlbehütet und getrocknet brachen die Pilger schließlich mit dem Bus zu ihrer nächsten Etappe, dem herzoglichen Schloss in Altshausen auf, das heute Wohnsitz des Chefs des Hauses Württemberg, Carl Herzog von Württemberg und seiner Frau Diane, ist. Der Leiter des Archives des Hauses Württemberg, Dr. Eberhard Fritz, führte die Wanderer persönlich durch die öffentlich zugänglichen Teile des ursprünglichen barocken Anwesens mit Schloss, Kirche und Gartenanlagen. Das 1763 gefertigte Heilige Grab in der modernen Kapelle war einer der Höhepunkte der Besichtigung. Mit lebensgroßen Figuren sind Motive von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu auf Bildtafeln aus Holz und bemalter Leinwand dargestellt. Dr. Eberhard Fritz: „Das Heilige Grab von Altshausen ist das am besten erhaltene Grab dieser Art.“ 

Der Dornahof bei Altshausen, letztes Ziel der Pilger am Sonntag, ist die Heimat von über 200 Wohnungslosen, die dort Unterkunft und Beschäftigung finden. „ Früher hat es viele Männer im Frühjahr in den Füßen gejuckt und sie sind weitergezogen. Doch immer mehr von unseren Bewohnern bleiben inzwischen für immer hier“, erzählt Martin Egerer, der seit über 30 Jahren beim Dornahof, der zum Diakonieverbund Dornahof - Erlacher Höhe gehört, arbeitet. Deshalb gehört zu dem Sozialunternehmen inzwischen auch ein Altenheim mit 60 Plätzen. Bei der Führung durch den Dornahof zeigt Diakon Egerer stolz das neue, helle Wohngebäude mit den großzügig und freundlich gestalteten Zimmern für die Bewohner. Auch das Freizeitgebäude mit einer großen Turnhalle, Tischtennisplatten und Cafe-Bereich nehmen die Wanderer in Augenschein. Martin Egerer: „Nur weil ein Mensch arm ist, muss er nicht würdelos leben.“

Die Pilger waren am Ende des Tages nicht nur müde, sondern auch beeindruckt von der Arbeit in den diakonischen Einrichtungen. Eine Teilnehmerin: „Hinter der Arbeit steckt so viel Engagement von den Mitarbeitenden, das finde ich einfach toll.“

Im Kloster Sießen
Pilger am Eingang des herzoglichen Anwesens in Altshausen
Kunstwerk von Herzogin Diane
Dr. Eberhard Fritz und Ernst Wahl vor dem Heiligen Grab
Pilger mit Hund vor einem Kunstwerk der Herzogin Diane
Pilger im Dornahof
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