Chance auf eine lebenswerte Zukunft


Zentrum Floriani hilft Kindern mit Behinderung in Kosovo

Das sieben Jahre alte Mädchen Ibadete Aliu hat Trisonomie 21. Sie hatte lange keine Förderung erhalten. Es fehlten nicht nur die Möglichkeiten dafür, sondern auch das Verständnis bei den Eltern. Doch seit Ibadete die Vorschulgruppe des Zentrums Floriani besucht, ist sie wacher, aufmerksamer und fröhlicher. Das von der Diakonie ins Leben gerufene Zentrum fördert Kinder mit Behinderung in ihrer Entwicklung. Damit ist die Einrichtung Floriani in Skënderaj nur eine von zwei Einrichtungen in Kosovo, das für Kinder mit Behinderungen und ihre Familien Frühförderung und Vorschulfördergruppen anbietet.

„Ich hätte nicht gedacht, dass meine Tochter hier soviel lernen wird." Mit diesen Worten beginnt Hajzer Aliu seinen Dank an die Mitarbeiter der Diakonie, die aus Deutschland zu einem Arbeitsbesuch in das Zentrum Floriani nach Skënderaj in Kosovo gekommen sind. Hajzer Aliu ist Vater der 7 jährigen Tochter Ibadete. Seit November 2007 geht Ibadete in die Vorschulgruppe des Zentrums Floriani. Als der Vater das erste Mal von der Vorschulgruppe erfuhr, war er sehr skeptisch, was für einen Sinn die Gruppe für seine Tochter haben sollte. Seine Frau aber meinte, es sei gut für die Tochter, einen halben Tag aus Haus zu sein, das entlaste auch die Familie.

Keine Bildung, kein Geld, keine Zukunft: Kosovo ist ein Entwicklungsland mitten in Europa. Besonders Skënderaj - es ist die größte und ärmste Stadt in der Region Drenica im nördlichen Kosovo. Bei Preisen wie in Deutschland lebt ein Großteil der Menschen dort von rund 70 Euro im Monat. „Da reicht es oftmals nicht einmal für eine Zahnbürste, berichtet Karl Wagner, Referent für Behindertenhilfe beim Diakonischen Werk Württemberg.  Gehandicapte haben bei den dortigen Bedingungen so gut wie keine Möglichkeit auf ein menschenwürdiges Leben. „Behinderte Menschen haben keine Chance integriert zu werden, sie werden von ihren Familien nicht aus dem Haus gelassen, sagt Ines Bicha-Esto, die das Projekt als Physiotherapeutin unterstützt. Motor des Projekts ist ein ehemaliger Einwohner Skënderajs, der mittlerweile in Baden-Württemberg lebt. Ismet Mziu, dessen Sohn Floriani selbst schwer behindert ist, stiftete das Gebäude für die Tagesstätte und baute die Kontakte in seinem Heimatland auf.

Kinder zwischen zwei und sieben Jahren erhalten im Zentrum Floriani die Chance auf eine lebenswerte Zukunft. Seit September 2009 gibt es eine zweite Gruppe, insgesamt 16 Kinder bekommen in dem Zentrum Hilfe. Zudem werden Eltern und Familien mit Kleinkindern beraten. Physiotherapeutische Hilfen werden ebenfalls angeboten. Drei Pädagoginnen und eine Lehrerin betreuen die überwiegend geistig behinderten Mädchen und Jungen. „Wir bringen den Kindern elementare Dinge bei, sie bekommen soziale Kontakte, lernen eigenständig und diszipliniert zu leben, erklärt Ines Bicha-Esto. Durch gemeinsame Spaziergänge oder Besucher der Kinder in Supermärkten, Gaststätten, Polizei oder Krankenhaus sind die Schützlinge des Zentrums in der Kleinstadt Skënderaj schon gut bekannt und ein anerkannter Teil der Kommune geworden. Auch die Zusammenarbeit mit Schulen, dem Krankenhaus und Ärzten wird kontinuierlich weiter ausgebaut.

Das Personal in Kosovo ist gut ausgebildet, zusätzlich qualifizieren sich die Mitarbeiterinnen in deutschen Behinderteneinrichtungen weiter. Im Sonnenhof in Schwäbisch Hall können die Mitarbeiterinnen des Zentrums Floriani ein FSJ machen. Finanziert von der Aktion Menschen erhalten die Mitarbeiterinnen zudem in den nächsten drei Jahren regelmäßige Qualifizierungsangebote und fachliche Begleitung ihrer Arbeit durch Fachkräfte aus Deutschland.
  
  

 
 

 
 
  

  • losttorrent Movies
  • Richtorrent Serials
  • Software torrent