Neue Perspektiven

 
Arbeitsweltbezogene Benachteiligtenförderung im Freiwilligen Sozialen Jahr

 
 
Das Projekt FSJ focus der Diakonie Württemberg verbindet das Freiwillige Soziale Jahr mit Angeboten für eine berufliche Neuorientierung von jungen Menschen. Viele Teilnehmende entscheiden sich nach dem Jahr für eine Ausbildung oder eine Berufstätigkeit im sozialpflegerischen Bereich.

 
Das Projekt FSJ focus des Diakonischen Werks Württemberg wird seit 2005 als besondere Form des Freiwilligen Sozialen Jahres durchgeführt. Bis 2010 wurde es aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds in Baden-Württemberg zusätzlich gefördert. Mit der Förderung wurde die Zielsetzung verbunden, eine Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit sowie der sozialen und beruflichen Integration der Projektzielgruppe zu erreichen. Zusätzlich sollten Fachkräfte für die sozialpflegerischen Berufe gewonnen und insbesondere auch das Interesse junger Männer für diese Berufe gefördert werden.

 

I Beschreibung des Modells

FSJ focus richtet sich an junge Erwachsene, die mit ihrer beruflichen Situation unzufrieden sind, sich für eine Ausbildung oder ein Studium im sozialen Bereich interessieren und sich aktiv mit ihrer beruflichen und persönlichen Zukunft auseinandersetzen wollen.

Die Zusammensetzung der Teilnehmenden im FSJ focus hat sich im Verlauf der Jahre gravierend verändert. Die Anzahl der Personen mit schwierigen beruflichen Ausgangsbedingungen und problematischen Lebenslagen nahm mit den verschärften Bedingungen am Arbeitsmarkt kontinuierlich zu. Es liegen unterschiedliche Benachteiligungen und Belastungsfaktoren vor wie z.B. psychische oder gesundheitliche Probleme. Insgesamt nahmen 334 junge Menschen am Projekt teil. Davon waren rund 63 Prozent junge Frauen. Der Anteil der jungen Männer lag mit gut 37 Prozent deutlich über dem in den anderen Angebotsformen des FSJ. Rund ein Viertel der Teilnehmenden hat einen Migrationshintergrund. Rund 13 Prozent waren bis zu 18 Jahre alt, gut 77 Prozent zwischen 19 und 24 Jahre und rund 10 Prozent älter als 24 Jahre.

Viele Teilnehmende weisen klassische Merkmale von so genannten benachteiligten jungen Menschen im Hinblick auf ihre beruflichen Integrationschancen auf. So waren 55 Prozent der jungen Frauen unmittelbar vor der Teilnahme am Projekt arbeitslos, in prekären Beschäftigungsverhältnissen (wie z.B. Minijobs, Praktika) oder in Maßnahmen der BA bzw. der Grundsicherungsstellen. Bei den männlichen Teilnehmenden lag dieser Anteil sogar bei 66 Prozent. Weiterhin verfügten fast 58 Prozent der jungen Frauen und rund 52 Prozent der jungen Männer nicht über einen Berufsabschluss.

Ein wesentlicher Teil der Berufsorientierung und –qualifizierung findet im Rahmen der Arbeitspraxis statt. Die Teilnehmenden erwerben fachliche, arbeitsweltbezogene, soziale und personale Kompetenzen, wodurch sie erweiterte Wahlmöglichkeiten und verbesserte Chancen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt erlangen.

Der Prozess der Berufsorientierung und persönlichen Weiterentwicklung wird durch ein Seminarangebot begleitet, das auf die spezielle Situation der Teilnehmenden zugeschnitten ist. Es ermöglicht den Kontakt zu den anderen Freiwilligen im Programm und bietet den Rahmen zur Reflexion der Praxiserfahrungen im FSJ-Alltag, zu kollegialem Austausch sowie gegenseitiger Unterstützung. Die individuelle Begleitung und Beratung findet kontinuierlich über das gesamte Jahr hinweg statt, um den Prozess der beruflichen Zukunftsplanung nicht abreißen zu lassen. Sie bekommt dadurch ein eigenes Gewicht im Gesamtkonzept. Im FSJ focus wird der Übergang in eine Ausbildung oder Weiterqualifizierung über das FSJ hinaus begleitet ....
 

Der gesamte Bericht, der als Artikel in den Blättern der Wohlfahrtspflege 6/2012 erschienen ist, inklusive Statistiken als pdf-Datei

 

Die Autoren:

 

Wolfgang Hinz-Rommel    
ist Abteilungsleiter Freiwilliges Engagement im Diakonischen Werk Württemberg
 
Karin Renz   
ist Projektleiterin FSJ focus im Diakonischen Werk Württemberg
 
Ralf Nuglisch   
ist freiberuflicher Berater und Evaluator, Leiter des Bereichs Arbeit und Qualifizierung beim Paritätischen Wohlfahrtsverband, Landesverband Baden-Württemberg

 
Der gesamt Bericht ist als Artikel in den Blättern der Wohlfahrtspflege, Ausgabe 6/2012, erschienen.

 

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