Situation

Die erfreulichen Entwicklungen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt können nicht darüber hinweg täuschen: Immer noch hat eine große Zahl junger Menschen Schwierigkeiten bei der schulischen Bildung sowie der Integration in Ausbildung und Beschäftigung. Im vergangenen Jahr haben 5,4 Prozent der deutschen und 12,8 Prozent der Absolventen mit Migrationshintergrund die Schule ohne Abschluss verlassen. Rund 1,5 Millionen Personen im Alter zwischen 20 und 29 haben derzeit keinen Berufsabschluss. Diese jungen Menschen haben es schwer, gesellschaftlich und beruflich Fuß zu fassen. Sie sind die Langzeitarbeitslosen von morgen und damit auch armutsgefährdet. Auch die gesellschaftlichen Folgekosten sind immens. Meist muss der Staat hohe Kosten für Arbeitslosengeld II (Hartz IV) und Grundsicherung im Alter finanzieren, während der Wirtschaft Fachkräfte fehlen.

 

Beispiel

Die 23-jährige Carmen kommt aus einer Familie, in der beide Eltern von Arbeitslosengeld II und Grundsicherung leben. Sie besuchte die Hauptschule und hat diese nach mehreren „Ehrenrunden“ in der 7. Klasse ohne Abschluss verlassen. Danach besuchte sie das Berufsvorbereitungsjahr und absolvierte bei der Bundesagentur mehrere Förderlehrgänge. Eine Ausbildung als Friseurin hat sie abgebrochen, da sie den Anforderungen der Berufsschule nicht gewachsen war. Sie schlägt sich jetzt mit Gelegenheitsjobs durch oder liegt ihren Eltern auf der Tasche. Da sie mit ihrem Lebensalltag sehr unzufrieden ist, nimmt sie ständig an Gewicht zu und ist gesundheitlich angeschlagen. Sie gilt bei der Arbeitsagentur als kaum vermittelbar und erhält keine weiteren Fördermaßnahmen zur beruflichen Eingliederung.

 

Position der Diakonie

Alle Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf gute Bildung und Ausbildung. Das deutsche Schulsystem ist weiterhin auf Selektion und Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schülern ausgerichtet. Die Diakonie fordert im Zusammenwirken von Schule und Jugendhilfe ein Bildungssystem, das Chancengleichheit verwirklicht, Kinder und Jugendliche individuell fördert und Kinder aus benachteiligten Familien gezielt unterstützt. Bei der beruflichen Eingliederung hat eine betriebliche Ausbildung für alle jungen Menschen Vorrang. Dies ist nur zu verwirklichen, wenn schwächere Auszubildende durch eine assistierte Ausbildung unterstützt und gefördert werden. Die Diakonie hat bewiesen, dass dies geht, und hat über 1.000 benachteiligte Jugendliche zum erfolgreichen Berufsabschluss gebracht.

 
 

 
 
 

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