Situation

Die meisten Menschen möchten auch bei Pflegebedürftigkeit zu Hause, im vertrauten Umfeld bleiben. Die flächendeckende Versorgung durch kirchliche und frei gemeinnützige  Sozialstationen und ambulante Pflegedienste ist noch gewährleistet. Diese gute Versorgungsstruktur ist durch die langjährige Niedrigpreispolitik der Kranken- und Pflegekassen in Gefahr. Allgemeine Kostensteigerungen durch Lohnanpassungen und steigende Energiekosten werden von den Kassen nicht anerkannt. Dadurch steigt der Arbeitsdruck der in der Pflege Tätigen ständig an.

 

Beispiel

Die 78-jährige Frau H. hat eines Nachts einen Schlaganfall erlitten und wird vorübergehend von ihren berufstätigen Angehörigen versorgt. Sie und ihre Familie leben auf dem Land in der Nähe einer Stadt mit 40.000 Einwohnern. In der 20 Kilometer entfernt gelegenen Kreisstadt befindet sich ein Krankenhaus, das nach dem Schlaganfall die Erstversorgung übernommen hat. Frau H. wird nach 10-tägigem Klinikaufenthalt an einem Wochenende aus dem Krankenhaus entlassen. Die Diakoniestation stellt die pflegerische Versorgung vorerst sicher. Nun geht es um die Frage der weiteren Versorgung, der Rehabilitation und der Kostenübernahme. Frau H. braucht Beratung, wie sie ihre Wohnung umgestalten kann. Frau H. ist sehr beunruhigt. Muss sie jetzt ihre Wohnung verlassen? Wer hilft im Haushalt? Wer kümmert sich um die vielen Details und die Anträge, die gestellt werden müssen?

 

Position der Diakonie

Gute Pflege braucht Zeit und Zuwendung zum Menschen. Zu verlässlichen und stabilen Rahmenbedingungen für eine qualitativ hochwertige Pflege gehört gute Beratung. Die Finanzierung von Pflegeeinrichtungen und Diensten muss auskömmlich sein, auch für Beratungs- und Koordinationsleistungen. Sonst bleiben die Versorgungsbedarfe der alleine lebenden kranken Menschen unbefriedigt. Versorgungslücken müssen vermieden werden. Nur so kann den Bedürfnissen der Menschen, die auf Pflege und Betreuung angewiesen sind, Rechnung getragen werden. Die heutigen Rahmenbedingungen sind durch Bürokratie gekennzeichnet. Ordnungsrechtliche und vertragsrechtliche Hürden verhindern flexible Übergänge von ambulanten zu stationären Hilfen. Durch die Niedrigpreispolitik der Krankenkassen,  Pflegekassen und der Sozialhilfeträger ist die bisher noch gute Versorgung gefährdet. Um den immer größer werdenden Druck dieser Systeme zu entlasten, fordern wir eine Erhöhung des Beitrages für die Pflegeversicherung, eine bessere  Finanzierung der Leistungsangebote sowie den Ausbau von Beratungsdiensten.

 
 
 

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