Situation

Die Zahl der Arbeitslosen ging in den letzten Jahren erfreulich zurück. Nur die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist trotz boomender Konjunktur angestiegen. Bundesweit sind im Februar 2013 über eine Million Menschen bei den Jobcentern als Langzeitarbeitslose registriert und damit länger als ein Jahr ohne feste Arbeit. Wer lange Zeit arbeitslos ist, sieht für sich keine Perspektive mehr, kommt sich nutzlos vor, wird häufig krank. Darunter leidet die ganze Familie. Anstatt dem entgegenzuwirken und diese Menschen besonders zu fördern, haben das Bundesministerium und die Bundesagentur für Arbeit von 2011 bis 2013 die Mittel für Eingliederungsmaßnahmen für Arbeitslose rigoros um 50 Prozent gekürzt und von diesen reduzierten Mitteln 2012 auch noch 1,2 Milliarden Euro nicht ausgegeben. Hier wird auf dem Rücken besonders benachteiligter Menschen gespart. Anscheinend zählt nur, wer schnell auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden kann. Deshalb gilt ein besonderes Augenmerk der Diakonie den Langzeitarbeitslosen. Sie verdienen ihre Chance, auch wenn sie sehr schwer an normale Arbeitsplätze vermittelt werden können, weil sie mehrfache Vermittlungshemmnisse haben. Dafür brauchen sie gezielte Unterstützung und Begleitung. Jeder, der arbeiten will, soll auch arbeiten können.

 

Beispiel

Eine 49-jährige Mutter hat ihr siebenjähriges Kind und einen kranken Mann zu versorgen. Sie hat keine Berufsausbildung und ist selbst chronisch krank. Sie hat zwei Mal an einer Eingliederungsmaßnahme teilgenommen. Sie war eine zuverlässige Mitarbeiterin und ist während dieser Zeit aufgeblüht. Vor allem die vielen sozialen Kontakte am Arbeitsplatz haben sie stabilisiert. Eine Weiterförderung wurde vom Arbeitsvermittler abgelehnt. Sie wird nur noch als „Bezahlkundin“ eingestuft. Das heißt, sie wird nicht mehr gefördert, für sie wird nur noch der Hartz-IV-Satz bezahlt.

 

Position der Diakonie

Die Diakonie Württemberg macht sich für öffentlich geförderte Beschäftigung stark. Anstelle passiver Leistungen in Form einer Grundsicherung  sollten diese Gelder für eine aktive Arbeitsmarktförderung genutzt werden. Ein solcher Passiv-Aktiv-Transfer rechnet sich im volkswirtschaftlichen Sinn. Denn ein öffentlich geförderter Arbeitsplatz kostet nicht mehr als alle Ausgaben für die Finanzierung der Arbeitslosigkeit. Es ist vernünftiger und menschlicher, Arbeit statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren. Dann können auch Langzeitarbeitslose und ihre Familien wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

 
 

 
 
 

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