Situation

Nach Deutschland zugewanderte Menschen sollen an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilhaben können. Dazu braucht es ein gesellschaftliches Klima des Willkommens und politische Rahmenbedingungen, die Teilhabe sichern. Besonderer Nachholbedarf besteht bei der Sprachförderung von Kindern und bei der Integration von Jugendlichen und Erwachsenen in den Arbeitsmarkt. Die Anerkennung von im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen ist hier von besonderer Bedeutung. Bei der Umsetzung des Berufsqualifikationsanerkennungsgesetzes kommt es auf flexible Anpassungs- und Nachqualifizierungen mit gesicherter Finanzierung an. Einbürgerungen sollten erleichtert werden. Statt junge Menschen zu einer Entscheidung zwischen der deutschen Staatsbürgerschaft und der ihrer Eltern zu zwingen, sollte ihnen das Signal gegeben werden, Teil dieser Gesellschaft zu sein.

 

Beispiel

Leyla, geboren 1996 in Stuttgart, ist die Tochter einer aus der Türkei zugewanderten Familie. Sie gehört zu den jungen Erwachsenen mit Migrationsgeschichte, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, deutsche Schulen besuchen, Ausbildungen und Studium absolvieren und hier ihren Freundeskreis haben. Zwischen dem 18. und dem 23. Lebensjahr muss Leyla sich nach heutiger Gesetzeslage der „Optionspflicht“  zwischen der Staatsbürgerschaft ihrer Eltern und der deutschen Staatsbürgerschaft entscheiden. Entscheidet sie sich für die Staatsbürgerschaft der Eltern, wird sie mitten in Deutschland zur Ausländerin.

 

Position der Diakonie

Die Diakonie fordert die Abschaffung der Optionspflicht. Die doppelte Staatsbürgerschaft fördert aus unserer Sicht Integration und politische Teilhabe und stärkt das demokratische Bewusstsein. Die Diakonie fordert die Gleichbehandlung aller EU-Bürger und -Bürgerinnen im Land bei der Gewährung von Sozialleistungen und eine gerechte und solidarische Verantwortungsteilung bei der Flüchtlingsaufnahme innerhalb der Europäischen Union.

53 000 Menschen leben in Deutschland über viele Jahre hinweg mit dem unsicheren Status der „Duldung“. Die Diakonie fordert eine stichtagsfreie gesetzliche Bleiberechtsregelung nach einem fünfjährigen ununterbrochenen Aufenthalt. Für alte, kranke oder traumatisierte Menschen braucht es besondere Regelungen.

 
 

 
 
 

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