Das Neueste von der Diakonie Württemberg

„Mit ganzem Herzen bei den Menschen“

19 ausländische Fachkräfte, die in der Altenpflege tätig sind, haben ihre Zertifikate zur vollen Anerkennung als deutsche Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger erhalten. Im Rahmen eines siebenmonatigen Kurses bereitete das Diakonische Werk Württemberg die ausländischen Fachkräfte auf die Kenntnisprüfung vor.

 

Die Arbeit in der Gesundheits- und Krankenpflege zählt in Deutschland zu den anerkannten Mangelberufen. Fachkräften aus nicht EU-Staaten eröffnet dies die Möglichkeit eines legalen Weges der Arbeitsmigration nach Deutschland. Dennoch sind für diese Menschen die Hürden hoch, bis sie die volle Anerkennung als Fachkraft in der Gesundheits- und Krankenpflege erhalten.

Das zuständige Regierungspräsidium in Stuttgart erkennt in der Regel im Ausland erworbene Berufsqualifikationen nur unter Auflagen an. Eine Möglichkeit für Bewerberinnen und Bewerber, diese Auflagen zu erfüllen, besteht in der Teilnahme an einer Kenntnisprüfung. Diese Prüfung sowie ein Vorbereitungskurs wird vom Diakonischen Werk Württemberg in Kooperation mit dem Welcome Center Sozialwirtschaft und dem Projekt vide terra angeboten.

Melanie Mann vom Regierungspräsidium überreichte den 19 Absolventen dieses Kurses ihre Zeugnisse und betonte, dass sie in den theoretischen und praktischen Prüfungen den Nachweis erbracht haben, die hohen Anforderungen der Pflegestandards in Deutschland zu erfüllen.

Dr. Joachim Rückle, Leiter der Abteilung Theologie und Bildung im Diakonischen Werk Württemberg, sprach den Teilnehmenden seine Anerkennung dafür aus, dass sie diesen komplexen theoretischen Stoff neben der praktischen Arbeit und noch dazu in einer für sie fremden Sprache in so kurzer Zeit bewältigt hätten. Rückle schlug auch den Bogen zu der aktuellen politischen Diskussion in Deutschland. Die Situation für die Beschäftigten in der Pflege sei erst im vergangenen Bundestagswahlkampf durch die Frage eines Pflegeschülers an die Bundeskanzlerin ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Die Diakonie Württemberg werde weiterhin das Bemühen der Einrichtungen in der Alten- und Krankenpflege unterstützen, Fachkräfte in diesem Bereich zu schulen und so zu einer Entlastung der angespannten Arbeitssituation für die Pflegekräfte beizutragen. Nach den guten Erfahrungen, die man in den ersten beiden Vorbereitungskursen zur Kenntnisprüfung gesammelt habe, plane die Diakonie nun für 2018 zwei solcher Kurse anzubieten. „Der Bedarf ist da“, betonte Rückle, „sowohl von den Menschen, die eine Anerkennung als Fachkraft suchen, als auch von den Einrichtungen, die händeringend Fachkräfte benötigen.“

In seinem Rückblick auf den siebenmonatigen Kurs skizzierte Gunther Müller, verantwortlicher Projektkoordinator im Diakonischen Werk Württemberg, die wesentlichen Inhalte des Kurses. In acht Blöcken zu je zwei bis drei Unterrichtstagen wurden unter anderem Pflegetechniken, Pflegeplanung und Qualitätsmanagement sowie deutsches Recht behandelt. Müller wies auch auf den gruppendynamischen Prozess hin: „Das gemeinsame Lernen hat sie als Gruppe zusammengeschweißt. Sie nehmen von dieser Zeit mehr mit als ein bloßes Zertifikat.“

Alejandra Sánchez von der Evangelischen Heimstiftung äußerte sich sehr dankbar für diese Unterstützung. Insgesamt habe man mit ausländischen Bewerbern sehr gute Erfahrungen gemacht. In der Anfangszeit würden manchmal noch Verständigungsprobleme auftreten. Aber dies würde bei weitem wettgemacht durch die hohe Motivation, mit der diese Mitarbeitenden sich einbringen: „Sie sind mit ganzem Herzen bei den Menschen, für die sie verantwortlich sind.“

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