Für eine Rückkehr in Sicherheit und Würde

Diakonie fordert zum Internationalen Tag der Roma (8. April) Anstrengungen vom Land.


Roma, die in ihr Heimatland zurückkehren, müssen dort in Sicherheit und Würde leben können, sagt Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg, zum Internationalen Tag der Roma am 8. April. „Das Land muss sich stärker gegen extreme Armut und Ausgrenzung von Roma in den Herkunftsländern Südosteuropas einsetzen.“ Die Diakonie engagiert sich mit ihrer Aktion Hoffnung für Osteuropa, denn „alle Menschen sollen, geschaffen nach dem Bild Gottes, ein Leben in Würde führen können“. Die Kollekte in den Gottesdiensten an Karfreitag ist dafür vorgesehen.

Stuttgart, 6. April 2017. „Rückkehrer sind besonders von Armut, Wohnungslosigkeit und Arbeitslosigkeit betroffen“, stellt Oberkirchenrat Dieter Kaufmann fest. „Deshalb müssen wir vor allem die Roma bei der wirtschaftlichen und sozialen Wiedereingliederung in ihrem Herkunftsland unterstützen.“ Ohne Hilfe drohten sie wieder im Elend und der Hoffnungslosigkeit in einem der 600 Slums Serbiens zu enden. „Ohne Perspektive  werden viele versuchen, die nächste Gelegenheit zur Ausreise oder Flucht nutzen“, ist Kaufmann überzeugt. Das Land Baden-Württemberg hat Kontakte zu einigen der Regionen in Südosteuropa, in denen viele Roma unter extremer Armut leiden und sollte diese auch im Rahmen der Donauraumstrategie zugunsten der Verbesserung der Lebenslage der Roma nutzen.

Viele Roma haben in der Auswanderung oder dem Stellen eines Asylantrags im europäischen Ausland einen Ausweg aus extremer Armut, Ausgrenzung und Chancenlosigkeit gesucht. Doch kaum ein Antragsteller kann ein solches Maß an Diskriminierung nachweisen, dass es zu einer Anerkennung als Flüchtling ausreicht. Dass die Hauptherkunftsländer der Roma – Serbien, Mazedonien, Montenegro, Kosovo – zu sicheren Herkunftsländern erklärt wurden, führte zu verkürzten Asylverfahren und erhöhte die Zahl der Abschiebungen..

Die Diakonie in Württemberg engagiert sich mit ihrer Hilfsaktion Hoffnung für Osteuropa zusammen mit der lokalen Hilfsorganisation Ecumenical humanitarian Organisation (EHO) verstärkt bei der wirtschaftlichen und sozialen Reintegration von rückkehrenden Roma in Serbien. Diese Hilfe ist möglich, weil die Evangelische Landeskirche in Württemberg im Rahmen der Flüchtlingshilfe 450.000 Euro für die Hilfe für Roma bereitgestellt hat, die nach Serbien zurückkehren.

Mit der Aktion Hoffnung für Osteuropa setzen sich die Evangelische Landeskirche und die Diakonie in Württemberg seit fast 25 Jahren für benachteiligte Gruppen in Ost- Und Südosteuropa ein. In mehr als 30 Projekten jährlich werden Roma in Serbien, Rumänien und der Slowakei, Flüchtlinge in Rumänien und Griechenland, Menschen mit Behinderungen in Kosovo und Russland  und andere Gruppen von benachteiligten Menschen in Osteuropa unterstützt. Das Motto der diesjährigen Aktion: „Solidarisch handeln in Europa“.

www.hoffnung-fuer-osteuropa.de   

Das Diakonische Werk Württemberg
Das Diakonische Werk Württemberg mit Sitz in Stuttgart ist ein selbstständiges Werk und der soziale Dienst der Evangelischen Landeskirche und der Freikirchen. Auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes unterstützt der Wohlfahrtsverband im Auftrag des Staates hilfebedürftige Menschen. Das griechische Wort „Diakonia“ bedeutet „Dienst“. Die Diakonie in Württemberg ist ein Dachverband für 1.200 Einrichtungen mit 40.000 hauptamtlichen und 35.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie begleiten Kinder, Jugendliche und Familien, Menschen mit Behinderungen, alte und pflegebedürftige Menschen, Arbeitslose, Wohnungslose, Überschuldete und andere Arme, Suchtkranke, Migranten und Flüchtlinge sowie Mädchen und Frauen in Not. Täglich erreicht die württembergische Diakonie über 200.000 Menschen. Das Diakonische Werk Württemberg ist ebenfalls Landesstelle der Internationalen Diakonie, Brot für die Welt, Diakonie Katastrophenhilfe und Hoffnung für Osteuropa.

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