Demenz
Wie kann man einem Menschen mit Demenz helfen?
Bei auftauchendem Verdacht einer Demenz ist eine möglichst sorgfältige, frühzeitige und ausreichende Diagnostik sehr wichtig. Eine frühe Diagnose ermöglicht Erkrankten und ihren Familien, sich auf die Zukunft vorzubereiten. Außerdem kann so schon frühzeitig mit einer medikamentösen Therapie begonnen werden. Eine Heilung ist nicht möglich doch kann das Fortschreiten der Erkrankung verzögert werden und dazu beitragen an Lebenszeit mit höherer Lebensqualität zu gewinnen. Oft ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner, der über die Beschwerden informiert wird. Somit benötigt dieser ein feines Fingerspitzengefühl bei der Aufklärung über die Erkrankung, ohne jedoch die Betroffenen zu überfordern und relevante Informationen zu vergessen.
Sehr wichtig für einen Menschen mit Demenz ist die Förderung und das Training der verbliebenen Kompetenzen. Gute Möglichkeiten dazu bieten Biografiearbeit, Erinnerungsarbeit, das Ausüben von lebenspraktischen Tätigkeiten, Gesprächsrunden, Sport und Gesellschaftsspiele, Tanz, Musik und Gesang, Spaziergänge und Ausflüge, Kunsttherapie oder auch psychotherapeutische Hilfe.
Technische Unterstützung kann eine große Hilfe sein, die direkt im Betreuungs- und Pflegeprozess eingesetzt werden kann: angepasste Wohnungseinrichtung (Beleuchtung, Beschriftung von Türen, barrierefreies Bad…), einfache Bedienung von Geräten, Alarmsysteme (z.B. Überhitzungssensor am Herd, Notrufknopf…), Trainingssysteme auf EDV-Basis und entsprechende Haustechnik mit „Hotelfunktionen“. Die Veränderungen der Umwelt ermöglichen dem Erkrankten eine bessere Orientierung und Wahrnehmung, bietet ihm Sicherheit und Unterstützung in seinen Handlungen und damit eine erhöhte Lebensqualität.
Die pflegenden Angehörigen sollten sich so früh wie möglich nach Entlastungshilfen umsehen. Die Hauptpflegeperson muss vor Überforderung oder Krankheit geschützt werden. Denn, wenn es der Hauptpflegeperson gut geht, ist auch eine gute Pflege möglich!
Entlastung bieten:
- ambulante Pflegedienste
- Betreuungsgruppen, Ehrenamtliche Helferinnen
- Angehörigen und Selbsthilfegruppen
- Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen
- Kurzzeit- und Urlaubs- bzw. Verhinderungspflege
- betreuter Urlaub mit Patienten
- teilstationäre und stationäre Einrichtungen
- Beratungsstellen und Schulungen
- Verzicht auf Mobilität behindernde Medikamente und Einsatz von Medikamenten zur Sicherung der Nachtruhe
- Regelmäßige Spaziergänge und strukturierter Tages- bzw. Wochenrhythmus, demenzgerechtes Milieu
- Teilnahme des Erkrankten an Gedächtnistraining
- Entlastung durch andere Familienmitglieder, Bekannte, Freunde
- Zwischen Demenzerkrankter Person und Bezugsperson werden Wünsche und Vorstellungen für die weitere Lebensplanung besprochen. Im Rahmen dessen können Vorsorgeregelungen getroffen werden durch den Abschluss von Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung
