Unterstützung für Mitarbeitende

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Die Situation in den Einrichtungen der Altenhilfe und der Eingliederungshilfe wird immer belastender, auch für die Mitarbeitenden.

Hier finden Sie praktische Informationen für die Arbeit und Texte, mit denen Sie die Mitarbeitenden stärken können.

Ermutigung für Mitarbeitende in Wüstenzeiten

Vom Umgang mit der Wüstenzeit

In früheren Zeiten hat man von „Wüstenzeiten“ gesprochen. Lebensphasen, die herausfordernd, bedrohlich sind. Und heute? Die Corona-Pandemie ist eine Wüsten-Krisenzeit. Wohin wird sich die Gesellschaft entwickeln? Ich hoffe, sie wird uns zum Positiven verändern. Denn mitten in der „Wüste“ gibt es Erfahrungen, wie die Welt sich kreativ und lebendig weiterentwickelt. Beispiele zeigen, welche Kraft es gibt, wenn man zusammensteht und nicht den Kopf in den Sand steckt.

Ehrenamtliche erledigen Einkäufe und nähen Schutzmasken. Angehörige legen Selbstgebackenes, Blumen und Karten vor die Eingangstür oder geben sie in Pflegeeinrichtungen ab. Ein Landfrauenverein backt 130 Muffins für das Personal. Ein Arbeitgeber verschickt Pakete mit Legos und anderen Spielsachen an Kinder seiner Mitarbeiter. Briefe, Emails, SMS, WhatsApp werden rege genutzt. Und es gibt unfreiwillig Zeit, Liegengebliebenes aufzuarbeiten.

Jetzt ist die Zeit der ersten Lockerungen. „Lock up“ statt „Lock down“ heißt die Devise. Es geht Richtung Normalität. Aber in welche Normalität starte ich? Was kommt danach? Bevor ich mich ins neue „Auf geht’s“ einstimme, habe ich mich hingesetzt und überlegt: was war in den letzten Wochen besonders?  Besonders berührend? Was darf nicht verloren gehen in der neuen Normalität?

Ganz oben auf meinem Notizblatt steht: Es ist eine empfindliche Zeit. So vieles ist zerbrechlich. Ein einziger Virus legt die Welt lahm. Sicherheiten wanken: meine vermeintlich unverwüstbare Gesundheit, der Arbeitsplatz, das feste Einkommen. Zerbrechlich ist die Illusion, dass wir das Meiste im Griff haben. Unsere große und meine kleine Welt ist verletzbar, an Stellen, wo wir sie nie geahnt hätten. Es ist ein Irrglaube, dass wir in Deutschland oder Europa auf einer Insel der Seligen leben.

Was hilft?

Mein zweiter Notizpunkt heißt: es ist wichtig, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und zu fragen: was ist für mich persönlich system-relevant? Was brauche ich, dass es meinem persönlichen „System“, meinem Körper und meiner Seele gut geht? Was beruhigt mich inmitten dieses Meeres an Unsicherheit, das die Welt gerade bestimmt und das auch in mir wogt?

Wohltuend empfinde ich, dass die Straßen im Moment so leer sind. Ich freue mich über Vogelgezwitscher am frühen Morgen, lange Spaziergänge in der Natur. Joggen hilft, den Kopf frei zu bekommen. Frischluft für Lunge und Hirn. Würde es uns nicht besser gehen, wenn wir ändern, was uns stresst? Menschlichkeit ist in diesen Tagen ausgebrochen. Trotz Beschränkungen gingen Türen auf – Fremde grüßen unterwegs. Es gibt helfende Hände und offene Türen in der Nachbarschaft. Angebote für die Kinderbetreuung. Gutschein-Aktionen für Kulturveranstaltungen. Herzen sind aufgegangen, nicht die Ellbogen. Hätten wir das planen können?

Die Kraft wieder aufzustehen

Als dritter Merkpunkt meiner Corona-Zwischenbilanz steht die Frage, was mir Kraft gibt, wieder aufzustehen? Mir fällt der Begriff der Resilienz ein. Er kommt ursprünglich aus der Physik und bezeichnet die Eigenschaft einer Stahlfeder, sich auch nach dem Verbiegen sofort wieder aufzurichten. Manch einer wird in diesen Tagen von Krankheit, Leid und Sorgen niedergedrückt. Jetzt weiterzumachen, neue Kraft zu schöpfen, sich buchstäblich und im übertragenen Sinn wieder aufzurichten, das ist gefragt. Ich halte mich in diesen Tagen an das mutmachende Wort des Apostels Paulus: „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ (2. Tim 1,7).

Und: Desinfektionsspray und Seife sind in diesen Tagen hoch im Kurs. Hände waschen, Hände waschen und noch mal Hände waschen. So oft wie möglich, so gründlich wie möglich. Hände waschen - das freilich könnte nicht nur eine notwendige Pflicht im Geiste der Hygiene sein, sondern auch zu einer kleinen geistlichen Übung werden. Wenn Sie Ihre Hände sorgsam einseifen, dann lenken Sie Ihre Gedanken weg von den Viren, die sie eventuell bevölkern. Und während Sie den Handrücken waschen, könnten Sie die Worte aus Psalm 139 sprechen: „Von allen Seiten umgibst Du mich und hältst Deine Hand über mir“.  Und wenn Sie die Handflächen schrubben: „…deine Hand leitet mich und deine Rechte hält mich“. Wenn Sie die Fingerspitzen reiben, dann freuen Sie sich dran, was diese Hände alles Wunderbares tun können, für Sie und für andere. Und wenn Sie dann zum Schluss die Hände trocknen, könnten Sie noch einen Dank hinterherschicken. Und ein – Amen.

Vom Umgang mit der Wüstenzeit (PDF)

Autor: Pfarrer Dr. Thomas Mäule,
Leiter der Stabsstelle Theologie und Ethik, Ev. Heimstiftung, Stuttgart

Aktuelle Impulse auf der LAGES-Seite

Jeweils aktuelle Impulse und Ideen zu Coronazeiten finden Sie auch auf der Seite der LAGES.

Kurzandachten und Gesprächstipps

Pfarrerin Irina Ose, Referat Theologie und Diakonie, Samariterstiftung Nürtingen

Zielgruppe
Mitarbeitende in diakonischen Einrichtungen der Altenhilfe oder Eingliederungshilfe, die wenig Zeit haben, die aber dennoch Kraft schenken möchten bei einem Besuch im Zimmer.

Situation
Menschen in Einrichtungen, die kaum noch in Hausgemeinschaften zusammen kommen können und häufig allein im Zimmer sind.

Inhalt

Zimmerandacht

Thema: Geld und Freundschaft (PDF)

Thema: Geborgenheitserinnerungen und Segen (PDF)

Thema: Woher bekomme ich Kraft? Gesprächsimpulsfragen (PDF)

Thema: Bund, Gesprächsimpulsfragen (PDF)

Thema: Frucht tragen (PDF)

Thema: Vater-Sohn, Kinder-Eltern (PDF)

Thema: Der gute Hirte (PDF)

Thema: Frühling (PDF)

Thema: Trost (PDF)

Thema: Versöhnung (PDF)

Thema: Lebensmöglichkeiten (PDF)

Wertvolle Hinweise
Stärkende Gespräche führen, Gesprächstipps und Material (PDF)

Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Alten- und Pflegebedürftigen Menschen in Krisensituationen

Do-it-your-self-Kartenset „INNEN-LEBEN“ für Krisenzeiten

Kartenset (PDF)

Das Do-it-your-self-Kartenset „INNEN-LEBEN“ wurde im PEP-(Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie) Umfeld von Dr. Sabine Ebersberger und Dr. Michael Bohne für die aktuelle Situation entwickelt. Es dient zur Generierung selbstwertstärkender Sätze als Krisenprävention und ggf. Intervention. Benötigt wird ein Computer, ein Drucker und eine Schere und schon kann es losgehen. Das Kartenset ist für sich selbst oder in unterschiedlichsten Kontexten anwendbar. Die Website dazu: www.innen-leben.org .

Psychologie für Zuhause – Distanz in Zeiten von Corona

Die Landesstelle der Psychologischen Beratungsstellen in der Evangelischen Landeskirche veröffentlicht auf ihrem YouTube-Kanal Beiträge, die für viele Menschen in diesen schwierigen Zeiten hilfreich sind.

YouTube-Kanal der Landesstelle Psychologische Beratung

Seelsorgliche Begleitung in Zeiten der Pandemie in Altenpflegeheimeinrichtungen

Handreichung der Telefonseelsorge

Geistliche Texte in Zeiten von Corona

Geistliche Texte in Zeiten von Corona (PDF)

Inhalt:

  1. Stationsandacht zur Stärkung von Mitarbeitenden
  2. Trost für Angehörige
  3. Krankenabendmahl, das Pflegekräfte spenden können
  4. Trost für an COVID-19-Erkrankte

Impulse der Hoffnung - aus der Diözese Rottenburg- Stuttgart

Auf der Homepage der Diözese Rottenburg-Stuttgart finden Sie aktuelle Stellungnahmen, Interviews und wichtige Informationen, wie z.B. auch die Telefonnummer der ökumenischen Telefonseelsorge. Sie finden dort außerdem kurze ermutigende Geschichten aus dem alltäglichen Leben, gestern und heute sowie viele hoffnungsvolle Impulse für kurze Auszeiten („Hoffnungszeit“) .