Diakonie in Polen: Flüchtlinge vor Menschenhändlern schützen

Stuttgart/Kiew (epd). Auf die dramatischen Hilfsanstrengungen in Polen für Flüchtlinge aus der Ukraine hat die Generaldirektorin der Diakonie der Evangelisch-Augsburgischen Kirche im Land, Wanda Falk, hingewiesen. Man habe über zwei Millionen Menschen aufgenommen, sagte Falk am Samstag in einer Videoschalte vor der in Stuttgart tagenden Synode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Es handele sich überwiegend um Frauen und Kinder, von denen viele von Menschenhandel bedroht seien, betonte sie.

Der württembergische Pfarrer Matthias Lasi, zurzeit Auslandspfarrer der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, rief zur Unterstützung der vom Krieg betroffenen Menschen auf. Am wirksamsten seien Geldspenden an große Hilfsorganisationen wie die Diakonie, weil diese vor Ort mehr Möglichkeiten hätten als kleine Werke. Zudem müsse Wohnraum für Flüchtlinge in Deutschland geschaffen werde, es brauche dabei auch langfristige Angebote. Lasi ist nach eigenen Angaben vor dem russischen Angriff mit einem der letzten Flugzeuge nach Deutschland ausgereist.

Stefan Cosoroaba, Pfarrer in Rumäniens lutherischer Kirche und Referent für Kirchenentwicklung bei der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), wies darauf hin, dass auch sein Land 400.000 Flüchtlinge aufgenommen habe. Die Verantwortung für diese Menschen lasse sich nicht delegieren, auch wenn Rumänien eines der ärmsten Länder in der EU sei. Man fühle sich wie jemand, der ein ertrinkendes Kind aus einem Fluss rette - ohne zu wissen, ob er dafür überhaupt genug Kraft habe, sagte Cosoroaba.



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