Elke Wollschläger, die Leiterin der NAOMI Akademie, berichtet über den Motivationsschub durch die gespendeten Nähmaschinen

Es ist unglaublich, wie glücklich meine Schülerinnen und Schüler sind, dass sie jetzt eine Nähmaschine zuhause bzw. in ihrem Container haben. Zusammen mit der Nähmaschine gebe ich auch Stoffe, Garn, Scheren, Nadeln und sonstiges mit. Auf diese Weise kann der Lockdown für das Üben und kreative Arbeiten genutzt werden. Wir hatten so sehr  befürchtet, dass der Lockdown unseren Nähunterricht in der NAOMI Akademie einschränken und behindern würde. Aber überraschender Weise lernen nun viele schneller die Nähtechniken mit den neuen Lernvideos und meinen Anweisungen, die ich in den Whatsapp Gruppen gebe. Die Lernvideos habe ich mit einer Freiwilligen zusammen erstellt.  Aber der wahre Grund für den Erfolg sind die gespendeten Maschinen aus Oberschwaben - einfach, weil die Menschen nun zuhause Möglichkeiten zum Üben haben. Es ist eine wahre Freude, wenn ich dann ihre Übungsstücke vorlegt bekomme!

Bis Ende April wurden im Rahmen dieses Projektes 20 Nähmaschinen an Schülerinnen und Schüler der Kurse für AnfängerInnen und Fortgeschrittene  von Naomi ausgeliehen.

Aber nicht nur das Üben von erlernten Nähtechniken wird auf diese Weise ermöglicht - es werden auch Änderungen vorgenommen oder kleine Produkte hergestellt. Einige der SchülerInnen aus dem fortgeschrittenen Kurs stellen bereits einfache Oberbekleidung für ihre ganze Familie her oder nehmen kleine Änderungenvor, sie kürzen Hosen oder machen sie enger. Viele von ihnen bringen erste Näh-Erfahrungen aus ihrer Heimat mit und alle, die zu uns in die Akademie kommen, sind unglaublich lernbegierig und eifrig dabei.

Im Mai beginnt die nächste  Runde der NAOMI Akademie, dann können wir mit den vor kurzem eingetroffenen Maschinen auch die neuen TeilnehmerInnen versorgen.

Nun plant unser Team einen "Sozial - Workshop for Women". Hier wollen wir besonders vulnerable Frauen integrieren, die nach Teilnahme an unseren Kursen über Näh-Fertigkeiten verfügen, aber aus verschiedenen Gründen nicht im ersten Arbeitsmarkt aufgenommen werden können. Gabriella und Effie arbeiten an einem Konzept, mit dem Teamarbeit und aktives Teilnehmen an dem Gruppenprozess gefördert werden und die Frauen so für das Leben in Griechenland gestärkt werden. Auch diese Frauen  werden mit Maschinen ausgestattet. Sie werden kreative Produkte entwerfen, die dem Umweltschutz dienen: d.h. aus wieder verwendeten Materialien oder als Ersatz von Plastiktüten. Diese  Produkte, die dann in Heimarbeit erstehen,  können von ihnen verkauft werden - und die Frauen erwirtschaften ein eigenes Einkommen.

Hilfe zur Selbsthilfe! Hilfe zur sozialen und ökonomischen Integration!



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