Die Welt des Glaubens als ein mächtiger Verbündeter – Buchempfehlung

Die theologische Vision des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. ist seit 2019 auf Deutsch verfügbar. In seinem Buch „Begegnung mit dem Mysterium“ gibt er einen Einblick in das orthodoxe Christentum heute und macht deutlich, dass die Religion „eine entscheidende Rolle [spielt] als Kraft der sozialen und institutionellen Mobilisierung auf verschiedenen Ebenen“.

Der Ökumenische Patriarch Barholomaios I. ist weltweit für seine ökumenische Aufgeschlossenheit bekannt. Für den Patriarchen ist klar, dass die Kirche ihre Zukunft nicht auf dem Grund ihrer historischen Größe bauen kann, sondern nur zukünftig eine relevante Rolle habe, wenn sie durch ihr Handeln überzeuge:

„Die Welt des Glaubens kann eine mächtige Verbündete sein, wenn es darum geht, Fragen der sozialen Gerechtigkeit zu behandeln. Sie bietet eine einmalige Perspektive – jenseits der bloß sozialen, politischen oder wirtschaftlichen – für die Notwendigkeit, die Armut auszurotten, ein Gleichgewicht in einer Welt der Globalisierung herzustellen, den Fundamentalismus und Rassismus zu bekämpfen und religiöse Toleranz in einer konfliktgeladenen Welt zu entwickeln.“ [Seite 117]

Der Leser ist auf eine Reise durch gesellschaftliche, theologische, welt- und kirchenpolitische Themen eingeladen. Beim Lesen wird deutlich: Für den orthodoxen Theologen ist seine heutige Wirklichkeit ein Geflecht aus Lehre und Praxis, Glauben und Leben. Dies alles bildet eine Einheit, in der es gilt, alles was wir haben, zu teilen:

„Es wird uns nur eine Frage gestellt werden: Haben wir geteilt? Haben wir den Hungrigen zu essen gegeben und die Armen gekleidet?“

Das Buch wurde aus dem Englischen von Renate Sbeghen übersetzt und ist im Verlag Ferdinand Schöningh erschienen. Auf der Homepage des Verlags sind einige Zitate aus dem Buch frei zugänglich: schoeningh.de



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