„Safe Space“

Tarza, Fahima und ihre Freundinnen besuchen täglich das  „Safe Space“, ein Begegnungszentrum für geflüchtete Mädchen und Frauen, das der ökumenische Verein NAOMI in Kooperation mit der NGO Quick Response Team, direkt neben dem Flüchtlings-Camp in Diavata/Thessaloniki, unterhält. Wir haben Tarza und Fahima gebeten, uns etwas über sich und die Tage im „Safe Space“ zu erzählen:

Tarza: Jeden Tag treffe ich meine Freundinnen im „Safe Space“. Ich lerne 2 x pro Woche Englisch  und  bin schon bei A2 angelangt. Besonders gefallen mir die Kunststunden mit Richard. Da kann ich alle Sorgen und Probleme  vergessen. Ich bin stolz auf meine Werke. Und wir haben das „Safe Space“ mit unseren Malereien auch verschönert. Im „Safe Space“ brauchen wir keine Angst zu haben. Im Camp sind überall so viele Männer. Hier aber können wir uns frei bewegen, spielen und auch Sport machen. Wir haben viel Spaß mit den anderen Mädchen und auch mit den Lehrerinnen und den Ärztinnen. Wir dürfen jetzt leider nicht in die  Schule und wir alle können nicht am Online-Unterricht teilnehmen, weil wir kein Internet haben .

Fahima: Im „Safe Space“ ist es warm, ich muss nicht frieren. Unser Container hat keine Heizung. Ich helfe mit bei der Verteilung der Essenspaketen für die Familien, die im Camp in Zelten leben. Der Fotokurs bei Mattia gefällt mir sehr. Ich will den anderen helfen, denen es noch schlechter geht als meiner Mutter und meinen Geschwistern. Im Moment ist eine meiner Hauptbeschäftigungen der Fotokurs im „Safe-Space“. Mein Ziel ist, viele Fotos zu machen, die euch zeigen, wie wir im Camp leben müssen. Ohne das „Safe Space“ wäre ich verloren.

NAOMI steht für Solidarität mit Geflüchteten in Griechenland!

Die Arbeit von NAOMI und das Leben im Camp und ganz Nord-Griechenland ist stark von der Pandemie getroffen. Davon erzählen die Mitarbeitenden in einem Youtube-Video:

Die Rechte der Geflüchteten in Griechenland werden immer  stärker missachtet. Das wird bereits in einigen Medien angeprangert. Dabei geht es nicht nur um gesetzeswidrige Abschiebungen im Mittelmeer und an der griechisch-türkischen Landesgrenze, sondern auch um die Verwehrung des Rechts auf ein faires Asylverfahren. Darüber hinaus fehlt die ausreichende Grundversorgung in Form von menschenwürdiger Unterbringung, Ernährung und Medizin. Dass der Zugang zu Schulbildung und zum Arbeitsmarkt und die Teilnahme am sozialen Leben verwehrt werden, ist dann eine weitere Stufe der Missachtung.

Die Corona Epidemie verschlimmert  seit Monaten diese menschenunwürdigen Lebensverhältnisse der Geflüchteten. Die griechische Politik lässt viele Geflüchtete verelenden! Hier betreibt die griechische Politik eine Abschreckungspolitik, deren Notwendigkeit sie damit rechtfertigt, dass damit dem sog. Pull-Effekt wirkungsvoll entgegengewirkt wird. Wissenschaftler haben diesen Effekt aber längst widerlegt. Menschen machen sich nicht auf den Weg nach Europa, weil andere das vor ihnen gemacht haben, sondern weil sie aus ihrer Heimat fliehen müssen. Und dabei nehmen sie unsagbare Beschwerden auf sich. Mehr dazu

Über Naomi

Die Ökumenische Werkstatt für Flüchtlinge NAOMI ist eine gemeinnützige Gesellschaft nach griechischem Recht und langjährige Partnerorganisation des Diakonischen Werks Württemberg. Sie hat ihren Sitz in Thessaloniki. Das Team besteht aus acht Hauptamtlichen, zwölf Freiwilligen und neun externen Mitarbeitenden. Gehälter und Mieten werden durch Zuschüsse der Landeskirchen im Rheinland und Hessen, der  Diakonischen Werke von Baden und Württemberg bzw. durch die Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ und über „Brot für die Welt“ finanziert. Notfallhilfen werden durch private Spenden und Kollekten ermöglicht.

NAOMI besteht aus zwei Abteilungen:

1.) Sozialer Bereich mit der Ausbildung in der Textilakademie, den Notfallhilfen und einem „Safe Space“ für Frauen und Kinder,

2.) Textiler Bereich mit der Produktion von textilen Erzeugnissen der Idomeni - Linie für Bazare, Märkte und Festivals sowie  Shirts und Hoodies für Gemeindegruppen. 
Zu den Produkten


Spenden

© Unsplash | Evan Kirby

Seit 2013 arbeitet Hoffnung für Osteuropa mit NAOMI Thessaloniki zusammen. Helfen Sie mit, die Notfallhilfe für Flüchtlinge zu unterstützen. Unterstützen Sie die Arbeit von Hoffnung für Osteuropa mit einer Spende.

Diakonie Württemberg
Verwendungszweck: Hoffnung für Osteuropa
IBAN: DE37 5206 0410 0000 4080 00
BIC: GENODEF1EK1

Online Spenden