„Bei uns wird niemand vergessen”: Essen für Bedürftige

Bischof Guib und das Team der Evangelischen Kirche A.B. in Hermannstadt/Sibiu, Rumänien blicken auf turbulente Zeiten zurück und sehen große Herausforderungen für die Zukunft. Auf unsere Bitte hat uns das Team um Bischof Guib in einem Brief einen Einblick in die Situation gegeben:

Zuerst war unser Anliegen, die Versorgung von physischer, seelischer und geistlicher Nahrung für unsere Gemeindeglieder während der Pandemie-Maßnahmen zu sichern. Schnell ist die Kantine des Bischofsamtes eingesprungen, um Menschen in Not mit Essen zu versorgen. Doch im Losgehen haben sich ganz neue ungeahnte Formen von gelebter Hilfsbereitschaft, neue kreative Ausdrucksformen und geistliche Vertiefung entfaltet, die weit über die Grenzen unserer Kirche segnend hinausgestrahlt haben. Gerade während des ersten Lockdowns wurde ganz neu entdeckt: Not lehrt Beten. Das Miteinander bekam eine tiefere Sensibilität im Hören und im Umgang untereinander, in kreativen  Arten des Aufeinander-Zugehens, brachte aber auch verdeckte Spannungen und Konflikte schärfer ans Tageslicht.

Die Alleinstehenden in den Dörfern wurden liebevoll und jeweils einzeln von ihren Pfarrerinnen und Pfarrern sowie den diakonischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut, damit sie in allen Bereichen versorgt waren. Zusätzlich wurde eine Notruftelefonnummer eingerichtet und Telefonseelsorge angeboten. Ein reiches Angebot an Online-Gottesdiensten wurde erstaunlich schnell ins Leben gerufen und erfreute sich großen Zuspruchs, auch aus dem Ausland. Im Januar waren z. B.bei einem Gottesdienst in einem Dorf ca. 20 Besucher anwesend, jedoch online mehr als 400 dabei und später noch einmal sehr viele auf YouTube. Auch die vielen, manchmal monatelangen Gottesdienste im vergangenen Jahr unter freiem Himmel waren besondere Erlebnisse, die uns neu vereint haben. Die Mitarbeiterandacht im Bischofsamt ist dadurch neu und mit intensiver Beteiligung der Mitarbeitenden aufgeblüht und der erstmalige Online-Neujahrsempfang ermöglichte die Teilnahme von internationalen Gästen.

Ebenso war für das seelisch-geistige Wohl, durch eine reiche Palette neuer musikalischer Online-Ausdrucksformen, gesorgt: Chortag mit Clips von Klein und Groß, Adventskonzerte auf einer Baustelle, musikalische Spaziergänge, zahlreiche musikalische Einlagen und Adventskalender.

Die EKR hat sich den, durch die Pandemie, verschärften Nöten und Gefahren besonders für Frauen und Kinder unserer rumänischen Gesellschaft gestellt: die verstärkte Arbeitsausbeutung, der sich schnell ausgebreitete Online-Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, der schreienden Not von Frauen im Menschenhandel. Unser Beitrag besteht in regelmäßigen Schulungen für kirchliche Angestellte verschiedenster Kirchen aus der Ökumene und die Vernetzung mit Hilfswerken und Behörden. Sowohl die Vorbeugung als auch die Hilfe von Betroffenen stehen im Mittelpunkt des Referats für Migration.

Für die Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ der Landeskirche in Württemberg und ihrer Diakonie ist die EKR ein langjähriger, wichtiger und sehr geschätzter Partner. Im Jahr 2021 gehen die Spenden von „Hoffnung für Osteuropa“ mit dem Verwendungszweck >>Rumänien<< an die Arbeit der Kirche und ihrer diakonischen Dienste sowie für das Kinderhospiz in Hermannstadt und die Arbeit mit Randgruppen und Obdachlosen.


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