Projekte der Ökumenischen Hilfsorganisation in Serbien während der Corona-Pandemie

Dusan R. ist einer der Personen, die von der Arbeit der Ökumenischen Hilfsorganisation EHO in Serbien profitieren. Spenden aus Deutschland machen es möglich: Er kann – auch trotz der Pandemie – seine Familie ernähren. Die Pandemie ist noch lange nicht überstanden und so geht es weiterhin darum, insbesondere die hart betroffenen Roma-Dörfer zu unterstützen.

Die Corona-Pandemie betrifft die nationale Gemeinschaft der Roma besonders schwer. Aufgrund der reduzierten Arbeit sind viele Arbeitgeber gezwungen, eine Reihe von Arbeitnehmern zu entlassen. Angesichts der Tatsache, dass die Roma bereits vor der Corona-Pandemie meist schlecht bezahlte Jobs oder informelle Arbeiten ohne Verträge ausübten, wurde ihre Chance auf dem Arbeitsmarkt noch ungünstiger und die Aussicht auf Gelegenheitsarbeit geringer.

Die Corona-Pandemie schadet besonders auch den Roma, die ihr Haushaltseinkommen durch das Sammeln von Wertstoffen, Bauarbeiten, saisonale landwirtschaftliche Arbeiten oder die Arbeit in der Dienstleistungsbranche als Friseure, Konditoren, Musiker usw. bestreiten.. Die Generierung des Haushaltsbudgets durch diese Arbeiten war wegen der Pandemie im vergangenen Jahr kaum möglich. Als Marktlücke erwies sich jedoch der sog. flexible Handwerker, der mit dem entsprechenden Wissen und passendem Handwerkszeug dringend nötige Kleinreparaturen und Außenarbeiten vornehmen kann. So unterstützt die Startup-Hilfe von EHO in doppelter Weise: Sie ermöglichte einerseits den Erwerb von Werkzeugen und Geräten und bringt andererseits notwendige Finanzen durch die damit ausgeführten Arbeiten in die stark strapazierten Haushaltskassen der marginalisierten Familien.

Anstelle der geplanten Schulungen zum Einsatz der Werkzeuge und Geräte wurden interessierte Kandidaten direkt vom beauftragten Berater telefonisch kontaktiert. Über diesen Kontakt konnte ein Geschäftsplan erstellt und über auftauchende Schwierigkeiten hinweg geholfen werden. So konnten  in der Pandemie die Zuschüsse für die flexiblen Handwerksarbeiten sinnvoll ausgezahlt werden und segensreich wirken.

Durch die Erhöhung des Haushaltseinkommens und die wirtschaftliche Stärkung der Familien wurden und werden auch die Chancen und Bedingungen für die Bildung von Kindern erhöht, aber auch die Maßnahmen für die persönliche Hygiene, die Raumhygiene und die Umsetzung von Pandemieschutzmaßnahmen verbessert.

Das Schuljahr wurde größtenteils durch Fernunterricht geführt, was eine Reihe von Herausforderungen mit sich brachte. Unsere Projektmitarbeiter waren oft die einzige Verbindung zwischen dem Lehrerpersonal und den Kindern. Da es sich zeigte, dass die Kinder ohne die Anleitungen am Schulort nicht wirklich lernen konnten (mangelnde digitale Ausstattung und mangelnde Kompetenz zur Verwendung von Geräten zu Hause) oder aus weiteren Gründen (mangelnde Motivation, Selbstbewusstsein, disziplinäre oder elterliche Aufsicht), war die Unterstützung durch unsere Projektmitarbeiter im Prozess des Homeschoolings extrem wichtig: Reagierte ein Kind z. B. nicht auf die im Online-Format gestellten Aufgaben, so nahm die zuständige Lehrkraft Kontakt mir dem jeweiligen Projektmirarbeiter auf. Dieser wendete sich an das Kind und die Familie um festzustellen, wo die Schwierigkeiten lagen. Das Schulmaterial wurde dann entweder in gedruckter Form verschickt, direkt überbracht oder entscheidende Wissenstipps zur Lösung der Aufgaben über ein Telefonat vermittelt. Natürlich mussten während des Ausnahmezustands auch einige Aktivitäten eingestellt werden. Darunter fielen u. a. die Elternkurse. Entscheidend war aber der ständige Kontakt zu den Schülern, der über den Vibre-Messengerdienst und die Handys gegeben war.

Nachdem die Schutzmaßnahmen in Serbien gemildert wurden und die Kinder jetzt wieder in die Schule gehen dürfen, werden die unterstützenden Aktivitäten umgestellt – z. B. haben unsere Schüler jetzt mehr Nachholunterricht und zusätzliche Fördergruppen als ursprünglich geplant. Dies erweist sich als sehr nützlich, da der Online-Unterricht doch Lücke in der Bildung der Kinder  hinterlässt.


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