Einrichtung DEBORA

Nicht jeder kann auf die benötigte Hilfe bis nach der Pandemie warten. Schutzsuchende Mütter mit Kindern, die in ihren eigenen Wohnungen nicht sicher sind, brauchen Einrichtungen wie DEBORA, das Kriseninterventionszentrum der Diakonie in der Slowakei für Mütter mit Kindern in Horná Mičiná. Es ist schön und gleichzeitig traurig, wenn die Mütter dann von sich aus sagen: „Hier fühle ich die Wärme von einem Zuhause“ – Schön, weil das für die Einrichtung und die Professionalität der Mitarbeitenden spricht; traurig, weil ihnen das ihr eigenes  Zuhause geben sollte. Solche Situationen gehören zu den Gründen, warum Diakonie und Evangelische Kirche in der Slowakei – gerade auch in der Pandemie – für die Menschen da sein wollen. Und dabei steht ihnen die Ev. Landeskirche Württemberg mit ihrer Diakonie durch die Aktion „Hoffnung für Osteuropa“  zur Seite.

Die  erste Welle der Corona- Pandemie war in der Slowakei gekennzeichnet durch strenge Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionswege und dem Mangel an Schutz- und Desinfektionsmitteln. Dank der Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Württemberg und der Diakonie Katastrophenhilfe konnten aber Schutz- und Desinfektionsmittel beschafft werden und die Einrichtungen der Evangelischen Diakonie haben die erste Welle der Pandemie gut überstanden. Die Lockerung der Maßnahmen und das Ansteigen der Mobilität im Sommer führte dann im August zum Anstieg der Zahl der Infizierten und zur sogenannten zweiten Welle der Corona-Pandemie, die das Land bis heute über die Maßen herausfordert.

Das Covid-19-Virus quält auch die Evangelische Kirche – EKAB – in der Slowakei. Die Kirchen sind seit 12 Wochen geschlossen, mehrere Pfarrerinnen und Pfarrer mussten die Covid-19-Erkrankung durchmachen oder stecken mitten drin. Trotzdem bemühen sich alle nach Kräften, die Kasualien aufrecht zu erhalten.

Die Situation in den Krankenhäusern ist kritisch. Die Belegung von Intensivbetten ist laut Angabe des Gesundheitsministeriums Mitte Februar 2021 bereits zu 71,7 % ausgelastet. Junge Vikare stehen dem überlasteten Pflegepersonal in den Covid-19-Stationen zur Seite. Pfarrerin Lenka Wagner aus Prešov hat selbst schon Covid-19 überwunden und besucht Patienten, zu denen die eigene Familie wegen Infektionsgefahr keinen Zugang hat. Dabei feiert sie mit den Erkrankten das Abendmahl, betet oder singt Lieder aus dem evangelischen Gesangbuch. Das Pflegepersonal öffnet dann die Türen der Krankenzimmer, sodass alle am tröstlichen Gesang und Gebet teilnehmen können. Andere Gemeindepfarrer bieten Gesprächsmöglichkeiten über ihre Mobilnummer an oder organisieren und begleiten die ältesten Gemeindemitglieder zur Impfung.

Das Leben der Kirchengemeinde in Form von Online-Gottesdiensten, Bibelstunden, Kinderkirche oder Jugendtreffen organisiert jede Gemeinde derzeit selbstständig. Die Generalkirche koordiniert die Ausstrahlung von Übertragungen aus den Kirchengemeinden sowie die Radioandachten mittwochs von Generalbischof Ivan El’ko in den slowakischen Medien. Das Leben in der Gemeinschaft ist begrenzt, trotzdem versuchen Kirchengemeinden und Kirchenleitung, virtuelle Austauschmöglichkeiten in unterschiedlichen Formaten zu realisieren. Ältere Gemeindemitglieder erhalten die wöchentliche Predigt auch über den Hausbriefkasten.

Eine Besonderheit im Jahr 2021 ist, dass – mitten in der Pandemie – in der Slowakei wieder ein Volkszählung durchgeführt wird. Auf dieser Grundlage rechnet sich die „Kirchensteuer“. Für Ivan Eľko, Generalbischof der EKAB ein Anlass zu einem Aufruf: „Die Volkszählung ist wichtig! Bitte geben Sie Ihr Bekenntnis zur evangelischen Konfession ab! Das Ergebnis wird auch mit der weiteren Finanzierung unserer Kirche zusammenhängen. Wir ermutigen Sie bewusst zu aktiver evangelischer Äußerung.“

Für die Diakonie in der Slowakei ist die Covid-Pandemie besonders für die Wohneinrichtungen eine große Herausforderung: Entweder die Einrichtungen befinden sich mitten im Kampf gegen die Pandemie oder die Pandemie hat bereits Lücken in die Runde der Bewohner gerissen, da das Durchschnittsalter hier bei 88 Jahren liegt. Freie Plätze können derzeit meist aber nicht belegt werden, da nachrückende Personen aus der Warteliste entweder auch verstorben sind, sich in Quarantäne befinden oder einfach Angst haben, in die Einrichtung zu kommen. Dies hat zur Folge, dass die aktuellen Betriebskosten der Einrichtungen nicht gedeckt werden können.

Für die Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ der Landeskirche in Württemberg und ihrer Diakonie ist die EKAB Slowakei und ihre Diakonie ein langjähriger, wichtiger und sehr geschätzter Partner. Im Jahr 2021 gehen die Spenden, die „Hoffnung für Osteuropa“ mit dem Verwendungszweck >>Slowakei<< erhält, an die Arbeit der Kirche und ihrer diakonischen Dienste.


Spenden an die EKAB und die Diakonie

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg und die Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in der Slowakei (EKAB) blicken auf eine langjährige, formelle Partnerschaft zurück. Im Rahmen dieser Partnerschaft arbeitet das Diakonische Werk in Württemberg e.V. eng mit der Diakonie der EKAB zusammen. Die Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ des Diakonischen Werkes in Württemberg ist in diese Partnerschaft eingebunden. Spendengelder für die Slowakei werden i.d.R. jeweils zu 50 Prozent an die Kirchengemeinden und zu 50 Prozent für die Diakonie aufgeteilt. Vom Umfang her sind diese Ausgaben durchschnittlich 1/3 der Gesamtspenden der württembergischen Aktion „Hoffnung für Osteuropa“.

Diakonie in der Slowakai

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Die EKAB in der Slowakai

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Hoffnung für Osteuropa in der Slowakai: Hilfe die ankommt