Internationale Ausbildungsprojekte mit den Ländern Kosovo, Bosnien-Herzegowina, Albanien und Ukraine

Duale Ausbildung zur Pflegefachkraft

Mit der Ausbildung von jungen arbeitsuchenden Menschen aus Drittstatten zu Pflegefachfrauen und Pflegefachmännern geht die Diakonie Württemberg einen neuen, eigenen Weg der nachhaltigen Gewinnung von Internationalen Pflegefachkräften. Die jungen, in Deutschland ausgebildeten internationalen Pflegefachkräfte, sind in den Pflegeeinrichtungen der Diakonie in Baden-Württemberg willkommen und sehr geschätzt.

Mit der erfolgreichen Teilnahme an einer dreijährigen Ausbildung zur Pflegefachkraft erhalten die jungen Menschen auch den Zugang und das Recht auf einen dauerhaften legalen Aufenthalt in Deutschland. Das Diakonische Werk Württemberg bietet damit jungen Menschen aus Drittstaaten wie Kosovo, Bosnien, Albanien und Ukraine einen fairen und legalen Weg der sicheren und nachhaltigen Migration nach Deutschland.

Schon 2014 startete die Diakonie Württemberg in Kooperation mit dem kosovarischen Partner APPK das Kosovo-Ausbildungsprojekt als Pilotprojekt. Seitdem haben im Rahmen des Projekts über 400 junge Kosovarinnen und Kosovaren die Ausbildung zur Altenpflegefachkraft bzw. zur Pflegefachfrau  oder zum Pflegefachmann in Baden-Württemberg begonnen. Im Herbst 2020 werden die Teilnehmenden des 3.Jahrgangs ihre Ausbildung als Altenpflegefachkräfte abschließen. Dann werden mehr als 100 Teilnehmende des Ausbildungsprojekts ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Die meisten Absolventen des Ausbildungsprojekts arbeiten nach der Ausbildung in ihren Ausbildungseinrichtungen als Fachkräfte weiter.

Die Internationalen Ausbildungsprojekte der Diakonie werden von einem Netzwerk gemeinsam durchgeführt und koordiniert. In dem Netzwerk arbeiten inzwischen mehr als 15 diakonische Träger zusammen, unter anderem BruderhausDiakonie, Mariaberg, Evang. Heimstiftung, Die Zieglerschen, Alexander Stift , Martha-Maria, Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal, Evang. Altenhilfe St. Georgen, Samariterstiftung, Dienste für Menschen und Diakoneo.

Inzwischen haben sich auch diakonische Träger aus Bayern und Berlin sowie einige Träger der Caritas dem Netzwerk angeschlossen.

Inzwischen wurde das erfolgreiche Pilotprojekt auch auf weitere Herkunftsländer ausgeweitet:

Die Ausbildungsprojekte werden im Rahmen von langfristig angelegten Partnerschaften mit lokalen Organisationen durchgeführt.

Voraussetzung für die Teilnahme an den Ausbildungsprojekten ist ein im Herkunftsland erworbener Schulabschluss, der mindestens einem Mittleren Schulabschluss in Deutschland entspricht.  Außerdem müssen die Bewerberinnen und Bewerber schon im Herkunftsland Deutschkenntnisse bis zum Niveau B 2 erwerben.

Die Ausbildung von jungen Menschen aus dem Ausland hat sich als sehr erfolgreicher und wichtiger Weg der Gewinnung von passend qualifizierten, internationalen Fachkräften für die Pflege erwiesen.

Es ist bemerkenswert wie die Internationalisierung der Diakonie durch die Internationalisierung ihrer Mitarbeiterschaft erfolgt. Dabei ist der Arbeitsbereich der Pflege und Hilfe im Alter bei der Internationalisierung der Mitarbeiterschaft ein Trendsetter in der Diakonie. Die Zahl der internationalen Auszubildenden im Bereich der Hilfe im Alter hat sich insbesondere in den letzten sechs Jahren enorm erhöht.

In einer Umfrage bei Trägern und Mitgliedseinrichtungen der Diakonie, die im Netzwerk mitarbeiten und die immerhin für mehr als 200 Pflegeeinrichtungen in Baden-Württemberg stehen, zeigte sich, dass inzwischen mehr als 55 Prozent der Auszubildenden der Diakonie im Bereich der Altenpflege aus dem Ausland kommen. Bei manchen Trägern ist die Quote der Internationalen Auszubildenden höher als 80 Prozent.

Staatsministerin Widmann-Mauz informiert sich über das Projekt


Teilnahmebedingungen für Einrichtungen

  • Zusage für mindestens zwei Ausbildungsplätze zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann an einem Standort mit Ausbildungsvergütung entsprechend AVR/ TVÖD
  • Hilfe bei der Beschaffung von günstigem Wohnraum
  • Organisation und Kostenübernahme in Höhe von etwa 820 Euro einer zehntägigen Hospitation vor der Ausbildung (Visumsgebühren, Flug, Unterkunft und Verpflegung)
  • Kostenbeteiligung pro Auszubildenden je nach Herkunftsland zwischen 3.200 und 4.000 € (für Leistungen der Partnerorganisationen, Beteiligung am Deutschkurs im Herkunftsland, Flüge, Hospitation, Visagebühren, Bearbeitungsspauschale etc.). 
  • Ein aktives Integrationskonzept in der Einrichtung
  • Teilnahme an drei Projektgruppentreffen 
  • Bereitschaft, die jungen Menschen nach der erfolgreichen Ausbildung, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit, auf Dauer zu beschäftigen 

Teilnehmende Einrichtungen

Folgende Einrichtungen nehmen am Programm teil und bieten Ausbildungsplätze an: 

  • Bruderhaus Diakonie
  • Evang. Altenhilfe St. Georgen
  • Evang. Heimstiftung
  • Diakonie Mariaberg
  • Samariterstiftung e.V. 
  • Evang. Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal
  • Die Zieglerschen
  • Alexander Stift
  • Samariterstiftung
  • Dienste für Menschen
  • Martha-Maria

Stand: 2020