Freiwillige Mitarbeit in der Sucht- und Selbsthilfe

Freiwillige Mitarbeit oder ehrenamtliches Engagement in Sucht- und Selbsthilfe basiert oft auf eigenen Erfahrungen mit dem Thema Sucht, als Selbstbetroffene oder Angehörige im sozialen Umfeld.

Mitglieder der Selbsthilfegruppen bringen als Betroffene oder als Angehörige ihre Erfahrungen mit legalen oder illegalen Substanzen oder mit nicht stoffgebundenem
Suchtverhalten wie Glücksspiel in ihr Tätigkeitsfeld ein. Sie möchten andere Betroffene motivieren und bei einer Veränderung unterstützen. Die Ausbildung bietet die Möglichkeit, Kenntnisse und Fähigkeiten zu erweitern und die Tätigkeit in der Selbsthilfe zu reflektieren.

Die Ausbildung für eine ehrenamtliche Mitarbeit in Sucht- und Drogenhilfe / Selbsthilfe ist deutlich auf die Tätigkeit in der Selbsthilfe(-gruppe) ausgerichtet.

Unser Ausbildungscurriculum zur Freiwilligen Mitarbeit in Sucht- und Selbsthilfe beginnt einmal jährlich und besteht aus fünf Ausbildungsabschnitten à 3 Tagen mit insgesamt 120 Unterrichtsstunden. Die Ausbildung wird in einer konstanten Ausbildungsgruppe von etwa 16 Personen in einer Tagungsstätte im Großraum Stuttgart durchgeführt und von zwei Trainerinnen oder Trainern geleitet.

In der Ausbildung werden fundiertes Wissen über Suchtmittel und -formen, Verlauf und Erkennen von Suchterkrankungen, Auswirkungen auf das Umfeld, das Hilfesystem,
Möglichkeiten der Intervention und Themen der Selbsthilfe vermittelt. Weitere Bestandteile sind die Aufgabenstellungen zwischen den Seminarblöcken, die Reflexion der praktischen Erfahrungen als Gruppenleitung, sowie der Rolle als Helfende. Die Inhalte werden mit unterschiedlichen Methoden vermittelt, wie Referate, Gruppenarbeit und regelmäßige Gesprächsübungen. Außerdem werden verschiedene Medien und meditative Elemente eingesetzt. Wichtige Bestandteile der Ausbildung sind auch die Aufgabenstellungen zwischen den Seminarblöcken und die Reflexion der gewonnenen praktischen Erfahrungen in der Rolle als freiwillige Helfer/in.

Das Ziel sind gute fachliche Kenntnisse für die Tätigkeit in der Selbsthilfe und als Ehrenamtliche in der professionelle Suchthilfe, die Sicherheit im Umgang mit suchtmittelauffälligen Personen, ein gesunder Umgang mit den eigenen Ressourcen und ein Blick für Möglichkeiten und Grenzen der Hilfe. Bei Selbstbetroffenen von einer Abhängigkeitserkrankung erwarten wir eine zweijährige Abstinenz.

Die Ausbildung zur Mitarbeit in Sucht- und Selbsthilfe ist auch für Mitarbeitende in Verwaltung, Hauswirtschaft etc. aus Einrichtungen mit suchtmittelauffälligen Klienten geeignet, die eine vorwiegend persönliche Qualifikation für den Umgang mit diesen Klienten anstreben. Die Ausbildung vermittelt eine hilfreiche Grundlage für die Praxis und bietet Raum für fachlichen Austausch und persönliche Weiterentwicklung. Die Trainerinnen und Trainer der Ausbildungs- und Aufbaukurse sind Fachkräfte aus Psychosozialen Beratungsstellen oder anderen Einrichtungen der Suchthilfe.

Seminarort, Kosten und Termine: siehe Flyer


Aufbauseminare für Mitarbeitende in Sucht- und Selbsthilfe

Themenorientierte Aufbauseminare ergänzen das Seminarangebot. Die 2- oder 3-tägigen Fortbildungsseminare bieten die Möglichkeit, sich in neue Themen und Methoden einzuarbeiten, Themen zu vertiefen und die tägliche Praxis zu reflektieren. Mitarbeitende in der Suchthilfe können hier ihre Kenntnisse auffrischen und erweitern und ihre Rolle als ehren- oder nebenamtlich Mitarbeitende wieder neu austarieren.

Aufbauseminare können nach Abschluss einer Ausbildung belegt werden und werden in der Regel je nach Tätigkeit in der Selbsthilfe oder im beruflichen Kontext ausgeschrieben.
Auf Anfrage bieten wir auch betriebsinterne Aufbauseminare als Inhouseveranstaltung an.

Seminarort, Kosten und Termine: siehe Flyer

  • Flyer Aufbauseminar „Gelingende Kommunikation in Gruppen“

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