Das Diakonische Werk Württemberg

Das deutschlandweite „Dach“ des Diakonischen Werks Württemberg ist die Diakonie Deutschland - Evangelischer Bundesverband mit Sitz in Berlin. Auch in den anderen Bundesländern gibt es Diakonische Werke. 

Das Diakonische Werk Württemberg ist ein Dachverband für ca. 1.400 Einrichtungen und Dienste. Insgesamt betreuen wir über 270.000 Menschen in Beratungsstellen oder in Einrichtungen, in denen sie leben. Es sind Kinder, Jugendliche und Familien, Menschen mit Behinderungen, alte und pflegebedürftige Menschen, Arbeitslose, Wohnungslose, Überschuldete und andere Arme, Suchtkranke, Migranten und Flüchtlinge sowie Mädchen und Frauen in Not. Täglich erreicht die württembergische Diakonie über 200.000 Menschen. Über 50.000 Menschen sind hauptamtlich in der württembergischen Diakonie beschäftigt, rund 35.000 Bürgerinnen und Bürger engagieren sich ehrenamtlich.

Sichtbares Zeichen der Diakonie ist der Schriftzug Diakonie mit dem Kronenkreuz.

Entwickelt wurde das Kronenkreuz von Pro­fessor Richard Böhland von der Kunstschule Berlin. Er hatte es 1925 für den Vorläu­fer des Diakonischen Werkes, für die "Innere Mission" entworfen. Die Anfangsbuchstaben I und M sind zu erkennen. Damit war sie einer der ersten kirchlichen Einrichtungen, die ein gemeinsames Erscheinungsbild geschaffen hat.

Erst wesentlich später wurde das Signet der "Inneren Mission" als "Kronenkreuz" bezeichnet. 1957 wurde das "Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland“ gegründet. Es übernahm dieses Signet als ihr eigenes Symbol. Das Kronenkreuz wird heute als Zeichen der Ermutigung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Diakonie gesehen: Das Kreuz als Hinweis auf Not und Tod, die Krone als Zeichen der Hoffnung und Auferstehung. Die Verbindung von Kreuz und Krone sollte die Zuversicht befestigen, dass Not zu überwinden ist, weil Christus Not und Tod überwunden hat.

Das Kronenkreuz ist auch das Dankzeichen der Diakonie. Es ist kein Orden und keine Auszeichnung sondern Ausdruck das Dankes und der Wertschätzung für die Treue und den Einsatz im Dienste des Nächsten.
Leitfaden zur Verleihung eines Dankzeichens in der Diakonie Deutschland (PDF)

Geschichte der Diakonie

Das griechische Wort „Diakonia“ heißt übersetzt „Dienst“. Auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes hilft die Diakonie allen Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind.

Verwahrloste Kinder wurden im 19. Jahrhundert zur Keimzelle der Diakonie. Die Stuttgarter Privatgesellschaft freiwilliger Armenfreunde gründete 1823 das erste Rettungshaus für Mädchen und Jungen, die durch Hungersnöte und Krieg ihre Eltern und ihre Heimat verloren hatten. 1845 gab es in Württemberg bereits 22 Rettungshäuser, in denen über 1000 Kinder erzogen wurden. Die "Kinderrettung" fand die größte Resonanz in der Öffentlichkeit, sie war jedoch nicht das einzige Feld, auf dem christliche Vereinigungen entstanden.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehörten in Württemberg 60 Einrichtungen mit rund 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Inneren Mission. 1914 wurden die Werke der Inneren Mission zur einer eigenen Landesvereinigung zusammengefasst, deren Geschäftsführung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges bei der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart lag.

Heute muss sich die Diakonie als moderner sozialer Dienstleister dem Wettbewerb stellen. Nach Vorstellung vieler Politiker soll der Markt in Zukunft die Versorgung und Fürsorge für die Bevölkerung regeln. Doch es gibt viele Bereiche – wie etwa die Nichtsesshaftenhilfe – die einfach entfielen.   

Es muss deshalb Menschen geben, die sich außerhalb des Marktes für die Gescheiterten einsetzen. Angesichts der gesellschaftlichen Situation und sozialpolitischen Entscheidungen muss die Diakonie noch mehr für Frieden und Gerechtigkeit kämpfen, Fürsprecher und Anwalt für Arme sein.