Der Sozialkuchen


Oder: Wie verteilen sich die Sozialausgaben in Deutschland?


Im Focus-Artikel „Hand aufhalten für einen guten Zweck“ vom April diesen Jahres (Focus 15/2010) werden unter anderem folgende Behauptungen aufgestellt: „Der Mantel der Nächstenliebe hat viele Taschen. Gute Werke sind ein Geschäft wie jedes andere. Mit Praktiken, die man auch anderswo kennt. Unvorstellbare 754 Milliarden Euro flossen im vergangenen Jahr in Deutschland für soziale Zwecke bis hin zur Rente. An dem Geldsegen labte sich eine Sozialindustrie, die sich ihre Ziele auf die Fahnen geschrieben hat, aber ein nicht zu unter-schätzender Wirtschaftsfaktor ist.“

Der Hinweis auf einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor ist wichtig. Die Diakonie wehrt sich aber dagegen, dass der Eindruck entsteht, die gigantische Summe von 754 Milliarden Euro würde in den Wohlfahrtsverbänden, auch in der Diakonie versickern.

Die Mitarbeitenden in der Diakonie arbeiten engagiert für die Sache der Diakonie. Da versi-ckert nichts in der Diakonie, Mitarbeitenden setzen sich intensiv ein für die, die von ihnen be-treut und begleitet werden. Oft erleben sie Einschränkungen vor dem Hintergrund leerer öf-fentlicher Kassen.

Um also die Ausgabenseite mal genauer anzuschauen, haben wir den sogenannten „Sozial-Kuchen“ untersucht. Die Details sind in der in der rechten Spalte stehenden Grafik. Die Grafik soll helfen bei der aktuellen Debatte um Einsparungen im Sozialbereich besser argumentieren zu können. Deutlich wird, dass beispielsweise die Sozialhilfe einschließlich der Eingliederungshilfe nur drei Prozent aller Sozialausgaben ausmacht. Es ist deshalb beschämend im Hinblick auf die betroffenen Menschen und im Blick auf den Wert Ihrer Arbeit, dass gerade in diesem Bereich gespart werden soll.
 

Heinz Schüle
Vorstand des Sonnenhofs e. V., Schwäbisch Hall

 

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