Diakonie unterstützt Menschen mit Behinderung beim selbstbestimmten Leben


Im Verständnis der Diakonie bedeutet Teilhabe, Menschen mit Behinderung als selbstbestimmt handelnde Mitglieder der Gesellschaft zu sehen – und nicht als Objekte der Fürsorge. Mit dem Projekt „Leben im Ort“ hat die Diakonie in den vergangenen Jahren nicht nur ihr Verständnis von Menschen mit Behinderung, sondern auch ihre Leistungsangebote weiterentwickelt. Denn Teilhabe der Menschen mit Behinderung in allen gesellschaftlichen Bereichen wie Arbeit, Freizeit, Bildung und Kultur ist vorerst eine gesamtgesellschaftliche Her-ausforderung. Einrichtungen und Dienste der Behindertenhilfe müssen überlegen, welchen Beitrag sie dazu leisten müssen.

 
Stuttgart, 1. November 2009.
Menschen mit Behinderungen mehr Chancen im Gemeinwesen zu ermöglichen, ist ein zentrales Anliegen der Diakonie. Der Evangelische Fachverband Behindertenhilfe hat deshalb von 2005 bis 2008 erfolgreich das Projekt „Leben im Ort“ verwirklicht. Teilhabe und Selbstbestimmung  für Menschen mit Behinderungen voranzubringen und so Schritte zu einem inklusiven Gemeinwesen zu gehen war das Ziel. Die Diakonie sieht sich als Begleiter und Anwalt der Menschen mit Behinderung, die innerhalb der Gesellschaft ihren Platz haben.

Inklusion von Menschen mit Behinderungen im Gemeinwesen kann nur durch eine enge Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Einrichtungen und Diensten sowie Menschen mit Behinderungen und ihren Angehörigen gelingen. Menschen mit Behinderung eigene Lebensentwürfe und eigenverantwortliche Entscheidungen zu ermöglichen, setzt angemessene Information und Aufklärung sowohl innerhalb der Gesellschaft als auch für die Betroffenen voraus.

Die Entwicklung zur gemeindenahen Behindertenhilfe ist mittlerweile ein unumkehrbarer Prozess. Er wird zusätzlich gestützt durch die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Der Weg in die Gemeinde muss für alle Menschen mit Behinderungen - unabhängig von der Höhe ihres Unterstützungsbedarfs - möglich sein und darf nicht nur Männern und Frauen mit leichter Behinderung vorbehalten bleiben. Diesen Anspruch auf das Wunsch- und Wahlrecht für alle behinderten Menschen zu realisieren, stellt hohe Anforderungen an politische Gestaltungsprozesse im Gemeinwesen und an die Zusammenarbeit mit den Leistungsträgern. Er wird dann besser gelingen, wenn er durch die verantwortlichen Gremien auf Landesebene vorgedacht und mitgetragen wird.

Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Gemeinwesen kann schließlich nur dann Realität werden, wenn beispielsweise bereits bei der Planung von Wohn-möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen der Teilhabe-Gedanke berücksichtigt wird und die Betroffenen bei den Planungen einbezogen werden. Eine Umsetzung solcher Planungen ist nur durch Kooperationen zwischen diakonischen Einrichtungen und Diensten, Bauherren, Architekten, Menschen mit Behinderungen und ihren Angehörigen sowie Verantwortlichen aus der kommunalen Politik und Verwaltung möglich. Teilhabe geht aber weit über diesen bereich hinaus. So müssen zum Beispiel Vereine und Kirchengemeinden überlegen, wie sie für Menschen mit Behinderung zugänlicher werden und behinderte Menschen besser integrieren können. Und natürlich ist es wichtig, dass behinderte Menschen auch auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Chance bekommen.

Für die Diakonie bleibt Inklusion das Ziel ihrer Arbeit. Dabei sind die Ziele des Projekts „Leben im Ort“ nämlich Teilhabe ermöglichen und Selbstbestimmung  voranbringen, auch künftig für die Diakonie handlungsleitend. Das bedeutet:
 
• Diakonische Einrichtungen differenzieren ihr Angebotsspektrum im Sinne passgenauer Hilfen weiter aus und erarbeiten mit den Menschen mit Behinderung und ihren Familien gemeinsam die gewünschte Unterstützungsform.
• Die Erfahrungen aus den Projekten mit niederschwelligen Beratungsangeboten, der Entwicklung neuer Wohnformen, dem Wohntraining und der Berufsreplanung in der Arbeitswelt geben Anhaltspunkte für nachhaltige innovative Entwicklungen..
• Integration und Inklusion, d.h. die Teilhabemöglichkeit behinderter Menschen in allen gesellschaftlichen Lebensvollzügen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dazu müssen die professionellen Dienstleistungs- und Unterstützungsangebote von den Einrichtungen aus in die Kommunen, Gemeinden und Kirchengemeinden hinein vernetzt werden. Eine in dieser Form neue Anforderung an die diakonischen Träger der Behindertenhilfe und ihre Mitarbeitende, aber auch an alle Akteure in der Gesellschaft. Die Diakonie ist zur vertrauensvollen Zusammenarbeit mit allen Akteuren im Sinne der Inklusion von Menschen mit Behinderung bereit. 
  

Irene Kolb-Specht, Leiterin der Abteilung Behindertenhilfe und Psychiatrie

 
Im folgenden finden Sie die Empfehlung des Evangelischen Fachverband Behindertenhilfe im Rahmen des Projektes "Leben im Ort" der Diakonie Württemberg als pdf-Datei.

Weitere Informationen: www.leben-im-ort.de   

Kommentare

rgxkoceky schrieb am 20.02.2016:

Sprechblase mZpjUp <a href="http://jcnurrfgvjjx.com/">jcnurrfgvjjx</a>, [url=http://wuohstwyzjcz.com/]wuohstwyzjcz[/url], [link=http://ffqdkyqdvldb.com/]ffqdkyqdvldb[/link], http://hoeukvgjacqv.com/

Adolf Weigele schrieb am 5.01.2013:

Sprechblase Leider spüren wir betroffene Angehörige, auch nach jahrelangen Bemühungen, dass von keiner Seite hilfreiche Unterstützung für eine zeitgemässe Weiterentwicklung der "Eingliederungs-Hilfe" für behinderte Menschen mit herausforderndem Verhalten kommt; Diakonisches Werk und Caritasverband sind hilfreich beim Mainstream, sehen sich jedoch, entgegen ihrem Postulat der Hilfe für die Schwächsten in unserer Gesellschaft, für diese Minderheit nicht in 1. Linie zuständig, geschweige denn verantwortlich.
"Auf dem Weg zu einer inklusionsorientierten Arbeit"hat die Diakonie Württemberg anscheinend erneut einen sog. Meilenstein gesetzt mit einem weiteren 3-Jahresprojekt....Ob dann endlich dieser Personenkreis in den Fokus rücken wird ?
Gibt es weitere Kommentare ?

Adolf Weigele schrieb am 23.01.2010:

Sprechblase Liebe Frau Kolb-Specht,
vielleicht erinnern Sie sich an unsere Gespräche vor einigen Jahren; damals in Ihrer früheren Funktion bei der LAG. Das 3-Jahresprojekt, dessen Inhalte auch an dieser Stelle erneut hochprofessionell dargestellt werden, verdient hohe Anerkennung. Leider kommen jedoch die geistig behinderten Menschen mit herausforderndem Verhalten dort überhaupt nicht vor. Diese Minderheit von ca. 400-500 Betroffene in unserem Bundesland hat keine Lobby. Wir vermissen sehr schmerzlich diakonisches Eintreten gerade dort! Bitte lassen Sie sich von Herrn Wagner die Unterlagen und Korrespondenz des Vorjahres -u.a. auch Briefe an den Landkreistag B-W und den KVJS- vorlegen. Daraus mögen Sie das dringende Anliegen einer GEMEINSAMEN Weiterentwicklung der Behindertenhilfe für diesen Personenkreis durch Leistungserbringer, Kostenträger und Betroffene, ersehen. Weshalb beharrt man beiderseits auf festgefahrenen Positionen und ergreift nicht die Initiative, sehend, dass unter dem Finanzdruck bei den Kommunen ganz sicher demnächst der Begriff "Hilfebedarf" neu definiert werden wird. Menschlichkeit stärken; der mitMenschPreis...!? Wir Angehörige erwarten -wohl zu unrecht ?-Zeichen christlicher Nächstenliebe gerade bei dem Dienst an den Schwächsten unserer Gesellschaft.
Mit grossem Interesse erwarten wir Ihre Meinung, vielmehr Ihre pragmatische Unterstützung.
Freundliche Grüsse
Adolf Weigele

Artikel kommentieren





  • Torrentdownload Yesterday
  • Limetorrents Movies
  • Limetorrents Applications