16 Reha-Azubis gehen ihren Weg
Lossprechungsfeier der Mariaberger Ausbildung & Service gGmbH
„Ab heute beginnt der Teil Ihres Berufslebens, bei dem keiner mehr sagt: Das ist prüfungsrelevant. Stattdessen kommt vielleicht ein Kollege, der sagt: Das haben wir schon immer so gemacht. Und dann beginnt Ihre eigentliche Prüfung“, eröffnete Roman Dollwet, Leiter gewerblich/technische Prüfungen bei der IHK Reutlingen, letzten Donnerstag an die Absolvent*innen gerichtete Rede. 16 Auszubildende in sechs Berufsbildern sind zur Prüfung angetreten, und 16 haben auch bestanden: mit dieser exzellenten Quote verabschiedete der Fachbereich Berufliche Bildung der Mariaberg Ausbildung & Service gGmbH (A&S) vergangene Woche seine Azubis der Reha-Ausbildungsgänge mit einer Lossprechungsfeier in der Mariaberger Mehrzweckhalle.
„Lossprechung, das klingt zunächst ein bisschen nach: So, ab jetzt seid ihr auf euch alleine gestellt. Aber keine Sorge: Niemand erwartet, dass Sie ab morgen alles wissen. Berufliche Kompetenz bedeutet nämlich nicht, auf jede Frage sofort eine Antwort zu haben. Sondern auch zu wissen, wann man fragen muss, wo man nachschauen kann und von wem man lernen kann. Und vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Erkenntnisse, die Sie aus Ihrer Ausbildung mitnehmen können: Man muss nicht perfekt sein, um professionell zu sein. Aber man sollte bereit sein, jeden Tag ein bisschen besser zu werden“, gab Heiko Stopper, Geschäftsführer der A&S, den Absolvent*innen mit auf den Weg. Losgesprochen wurden: Dustin Al Eter, Mustafa Brojaj, Marina Fischle, Florian Gluitz, Fabian Hippedinger, Kevin Huonker, Leon Jaudas, Sophie Jetter, Marcel Kunz, Michelle Machts, Tim Meyer, Naomi Rapp, Christian Rinas, Simon Stähle, Mika Stengel und Jan Stühle. Darunter waren drei Metallfeinbearbeiter, die von der IHK und Roman Dollwet ihre Prüfungsurkunden ausgehändigt bekamen, sowie drei Fachpraktiker für Metallbau, drei Fachpraktiker für Holzverarbeitung und drei Fachhelfer*innen für Reinigungstechnik, welche von Michaela Lundt von der Handwerkskammer Reutlingen betreut wurden. Drei Gartenbauchfachwerker*innen Fachrichtung Zierpflanzenbau und eine Fachpraktikerin Hauswirtschaft erhielten außerdem ihre Zertifikate durch ihre Ausbildungsleitungen. Im Publikum saßen Ausbilderinnen und Ausbilder, Lehrkräfte der Karl-Georg-Haldenwangschule Mariaberg und Angehörige der nun ehemaligen Azubis.
Musikalisch bewegend begleitet wurde die Feier von der Sängerin Rachel Leggio, bekannt aus der 2025-er Staffel von „The Voice of Germany“. Zudem verlieh der Sozialdienst der A&S wieder Sozialpreise: für besondere Zuverlässigkeit an Kevin Huonker, für sehr gute Prüfungsleistungen an Sophie Jetter, Michelle Machts und Mika Stengel, sowie für Soziales Engagement. Hier wurden Florian Gluitz und Simon Stähle für ihre Tätigkeit als Ausbildungssprecher des Jahrgangs gewürdigt und Mika Stengel sowie Michelle Machts für ihre Mitarbeit im Projekt „Frauen im Handwerk“ der Handwerkskammer Reutlingen.
Monika Koch, Fachbereichsleitung Berufliche Bildung der A&S, dankte dem „starken Netzwerk“ aus Ausbilder*innen, Schule, Fach- und Sozialdienst, dem Regierungspräsidium für die „reibungslose, administrative Koordination im Hintergrund“, sowie der IHK und Handwerkskammer: „Sie sorgen für ein echtes Gütesiegel auf unseren Ausbildungsgängen und haben mit fairen Prüfungen unsere Azubis auf Augenhöhe begleitet. Ein großer Dank geht auch an die Agentur für Arbeit, für das Vertrauen in das Potenzial jedes Einzelnen. Sie eröffnen Wege, wo andere Barrieren sehen.“ Eine Ausbildung diene zu einem Großteil – neben der Erlangung des Handwerkszeugs – auch der Persönlichkeitsentwicklung. An die Absolvent*innen gerichtet schloss Monika Koch daher mit: „Euer Durchhaltevermögen ist euer eigentliches Meisterstück, das euch auch zukünftig weiter durchs Leben tragen wird. Der Arbeitsmarkt wartet auf euch, und zwar dringend!“
Die Mariaberger Ausbildung & Service gGmbH bildet in zahlreichen Berufen in Zusammenarbeit mit Firmen und den jeweiligen Kammern aus. Eine Reha-Ausbildung ist eine staatlich anerkannte Berufsausbildung für Menschen mit besonderem Förderbedarf, die zusätzliche Unterstützung beim Lernen benötigen. Ziel ist die anschließende Vermittlung in Betriebe der freien Wirtschaft. Finanziert werden die Ausbildungen überwiegend durch die Agentur für Arbeit.