Kennenlerntag im Bonhoefferhaus
Mariaberg e.V. stellt Assistenz beim Wohnen und weitere Angebote vor
Ende Februar lud der Mariaberg e.V. zum Kennenlerntag ins Bonhoefferhaus in Pfullendorf ein. Angehörige von Menschen mit Behinderungen, deren gesetzliche Betreuer*innen sowie Kooperationspartner*innen und Interessierte waren eingeladen, die Arbeit der verschiedenen Mariaberger Bereiche kennenzulernen und mit den Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen.
„Es geht uns um die gute Zusammenarbeit mit Ihnen allen. Heute möchten wir Ihnen die Gelegenheit geben, unsere Vielfalt kennenzulernen“, sagte der Mariaberger Vorstand Lars Kehling zur Begrüßung. Vorgestellt wurden das ambulante Angebot „Assistenz beim Wohnen im Sozialraum“ (AWS), die Mariaberger Werkstätten sowie die Offenen Hilfen. Das Bonhoefferhaus, in dem der Kennenlerntag stattfand, ist selbst ein Beispiel für diese Vielfalt: Es beherbergt eine Besondere Wohnform für Menschen mit Unterstützungsbedarf, eine Fördergruppe der Mariaberger Werkstätten, Apartments für das AWS sowie eine mietbare Kegelbahn und den für Veranstaltungen mietbaren Bonhoeffersaal. „Ein Haus, das viel lebt und wo viel gelebt wird“, fasste Standortleiter Alexander Schleinitz-Kamps zusammen. Kurze Vorstellungsfilme gaben einen ersten Einblick, danach hatten die Gäste die Möglichkeit, bei den einzelnen Präsentationen nachzufragen und sich mit den Fachkräften auszutauschen.
Das AWS wurde von Regionalleiter Sigmaringen Christoph Birkler, Standortleitung AWS im Bonhoefferhaus und Teamleitung AWS Sigmaringen, Richard Bollgönn, sowie Martina Lang und Elke Jäger vom Mariaberger Geschäftsfeld Wohnen plus vorgestellt. Im AWS wohnen Klient*innen in eigenen Apartments oder Wohnungen und werden von ihnen fest zugeordneten Assistenzkräften unterstützt – etwa beim Einkaufen, bei Behördengängen, beim Arztbesuch oder beim Alltagsmanagement. Das Team setzt sich aus Heilerziehungspfleger*innen, Heilpädagog*innen und Sozialpädagog*innen zusammen.
„Die Philosophie im AWS ist Empowerment. Die Klienten sind Experten in eigener Sache, Assistenzen fungieren nicht als Entscheider, sondern unterstützen den Willen der Klienten“, erklärte Birkler. Ziel sei es, „Abhängigkeiten von Hilfsangeboten zu verringern“, so Bollgönn: „damit sie ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können.“ Voraussetzungen für eine Aufnahme sind eine Behinderung mit seelischer Beeinträchtigung, die Fähigkeit, selbst Assistenz einzufordern, sowie die Fähigkeit, ohne 24-h-Betreuung auszukommen und Nächte allein zu verbringen. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Bollgönn betonte auch einen strukturellen Aspekt: „Sozialer Wohnraum ist ein wertvolles, sehr knappes Gut, und Menschen mit Behinderung tun sich besonders schwer, eine eigene Wohnung zu bekommen. Das bieten wir im AWS.“ Die Kosten trägt in der Regel das Landratsamt.
Sandra Kunzelmann und Anja Mahler stellten die Mariaberg – Hilfen nach Maß gGmbH vor, die seit 1999 Offene Hilfen anbietet – darunter Freizeitangebote für Klient*innen, integrative Ferienprogramme für Kinder sowie Ausflüge. Controller Markus Schifferl und Produktionsleiter Fabian Pfenning präsentierten die Mariaberger Werkstätten und Fördergruppen. „Die Arbeit kann etwas sein, worauf man stolz ist. Eine wichtige Funktion ist auch die damit verbundene Tagesstruktur“, so Schifferl. „Versüßt“ werde der Arbeitsalltag durch Arbeitsbegleitende Maßnahmen wie z.B. den Besuch der Mariaberger Kunstateliers oder der Trommelgruppe.
Zukünftig soll es in der Region weitere Kennenlerntage geben, um den Nachbarn und Nachbarinnen der regional verstreuten Mariaberger Angebote Einblicke zu ermöglichen und zum Austausch einzuladen.