Die Moderator:innen stehen nebeneinander und haben ihre Zertifikate in der Hand
© Steffen Wilhelm / Diakonie Stetten

Offene und lösungsorientierte Gespräche

Weitere zehn Moderatoren für ethische Fallbesprechungen erfolgreich ausgebildet

Weitere zehn Mitarbeitende aus der Diakonie Stetten haben sich zu Moderatorinnen und Moderatoren ethischer Fallbesprechungen weitergebildet. Mitte 2024 hatten bereits elf Mitarbeitende die Qualifizierung erfolgreich abgeschlossen. Die Mitarbeitenden tragen einen wichtigen Teil dazu bei, in ethischen Konfliktsituationen professionell zu moderieren und gemeinsame Vorgehensweisen sowie Empfehlungen zu erarbeiten. Bei der letzten Kurseinheit erhielten die nun qualifizierten Teilnehmenden ihre Zertifikate.

Erfreut nahmen die zehn Mitarbeitenden aus den Bereichen der Eingliederungshilfe, des Alexander-Stifts und auch der Pfarramtlichen Dienste die Zertifikate entgegen, die ihnen Pfarrer Dr. Thomas Mäule, zertifizierter Ethikberater und Kursleiter feierlich überreichte. Bereits Mitte 2024 hatte er einen Kurs geleitet, bei dem elf Mitarbeitende die Qualifizierung absolvierten und inzwischen erfolgreich in ethischen Konfliktsituationen als Ansprechpartner für ethische Fallbesprechungen zur Verfügung stehen.

Die Weiterbildung zum Moderator für ethische Fallbesprechungen folgt den inhaltlichen und formalen Vorgaben der „Ethikberatung im Gesundheitswesen“ der Akademie für Ethik in der Medizin. Thomas Mäule dankte den Mitarbeitenden für ihr großes Interesse am Thema und ihr Engagement: „Sie haben viel Zeit investiert, um sich ethischen Themen zu widmen. Jetzt sind Sie für schwierige Situationen gut vorbereitet und Ihr Einsatz wird vielen Betroffenen nutzen“. Ethische Fallbesprechungen seien ein Instrument, um mit schwierigen Situationen umzugehen und zeitnah gute Entscheidungen zu treffen. Auf diese Weise kämen unterschiedliche Sichtweisen ins Spiel und dies entlaste alle. Nur wenn Ethik organisiert sei, könne sie im Alltag lebendig werden. Die Mitarbeitenden absolvierten sechs Schulungstage, drei eigenverantwortlich moderierte Fallbesprechungen sowie eine achtmonatige Praxisphase. Am Ende der Qualifizierung fanden gemeinsame Reflexionsrunden mit den Führungskräften statt, bei denen darüber nachgedacht wurde, welche Ziele der jeweilige Bereich mit den ethischen Fallbesprechungen verfolgt und welche Rahmenbedingungen eine nachhaltige Umsetzung sichern. „Die Erfahrungen der Teilnehmenden zeigen deutlich, wie wertvoll ethische Fallbesprechungen für ganze Teams und auch Führungskräfte sind. Sie fördern die fachliche Reflexion, stärken gemeinsames Handeln und schaffen Orientierung im Alltag“, sagt Thomas Mäule.

„Ethische Fallbesprechungen sind für uns sehr hilfreich, um in Konfliktsituationen gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, auf die man bis jetzt noch nicht gekommen ist. Die unterschiedlichen Beteiligten sitzen zusammen an einem Tisch und reflektieren die jeweilige Situation bewusst. Mithilfe des Instruments der ethischen Fallbesprechungen können auch schwierige Situationen gut reflektiert werden“, erklärt Dorothee Pfrommer, stellvertretende Geschäftsbereichsleiterin des Bereichs Leben Wohnen Regional. „Natürlich lösen sich die ethischen Dilemmata nicht in Luft auf. Aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Gespräche sehr gewinnbringend sind und für alle Beteiligten, wie z. B. Mitarbeitende, Angehörige sowie Klientinnen und Klienten, neue Perspektiven eröffnen“.

Insgesamt sechs Mitarbeitende sind z. B. im Bereich Leben Wohnen Regional Moderatorinnen und Moderatoren ethischer Fallbesprechungen, darunter auch Christina Sabelus, Teamleiterin der Familienberatung. „Wir haben viele Themen besprochen und wir hatten alle ´Aha´-Erlebnisse. Es ist sehr wertvoll, sich in konfliktbesetzten Situationen Zeit zu nehmen und auch mit Personen darauf zu schauen, die sonst nicht im Team sind“, berichtete Christina Sabelus. Die Bandbreite an ethischen Konfliktsituationen sei groß. „In den Praxisbeispielen ging es einerseits um ganz alltagspraktische Dinge, wie z. B. ein Klient mehr am alltäglichen Leben teilhaben kann und dann aber auch um ethische Dilemmata bei dem ein Klient Probleme mit dem Verschlucken hat und eine Sonderernährung besprochen werden muss.“ So hätten sie bei der Weiterbildung ein gutes Handwerkszeug für komplexe Situationen mitbekommen.

Diese Seite empfehlen