Seelsorgekurs 2025/26 abgeschlossen
Zehn neue Seelsorgerinnen für diakonische Einrichtungen und Angebote wurden in der Landesgeschäftsstelle der Diakonie Württemberg ausgebildet
„Weniger kann mehr sein in einer seelsorglichen Begegnung!“ Solche und andere Erkenntnisse kamen am Freitag, 24. April, beim Abschlusstag des Seelsorgekurses 2025/26 zur Sprache.
An insgesamt neun Kurstagen haben zehn Teilnehmerinnen sich intensiv mit seelsorglichen Themen befasst, viel geübt und neue Erkenntnisse gewonnen. Vor allem beim Schreiben und Besprechen von Gesprächsprotokollen haben sie nach und nach eine eigene seelsorgliche Haltung gefunden. Der Seelsorgekurs in der Landesgeschäftsstelle richtete sich an Betreuungskräfte, Alltagsbegleiter/-innen und Pflegekräfte in der Altenhilfe oder Eingliederungshilfe, die seelsorgliche Aufgaben in der Einrichtung wahrnehmen bzw. solche in Zukunft wahrnehmen wollen.
„Ich habe Ruhe und Sicherheit im Laufe der Zeit entwickelt, achte mehr auf mich selbst und kann meine Gefühle und die meines Gegenübers besser wahrnehmen und akzeptieren“., berichtet eine Teilnehmerin. Eine andere Teilnehmerin erzählt: „Manchmal geschieht es, dass in einer schweren Situation von Trauer oder Demenz mit einem Mal etwas wieder leichter wird, ein Lächeln zaghaft probiert wird, und das ist dann so, als ob die Sonne hinter dem Berg und zwischen dunklen Wolken hervorbricht.“
„Nicht alles ist lernbar in einem Seelsorgekurs, aber die Teilnehmenden haben allesamt das richtige Gespür, viel Intuition und nehmen eine unglaublich liebevolle Haltung ihren Gesprächspartnerinnen und -partnern gegenüber ein“, betont Kursleiterin und Pfarrerin Claudia Krüger vom Diakonischen Werk Württemberg. „Diese ist absolut individuell und soll es auch sein.“
Die Themen und Erkenntnisse der Kurstage im Überblick:
- Selbstreflexion, Kommunikationsmodelle, regelmäßige Morgenimpulse und „Worte auf den Weg“, das Entwickeln einer eigenen seelsorglichen Haltung, die Bedeutung eines diakonischen Umfelds, auch eines zeitlich gewährten Raumes, in welchem Seelsorge stattfinden kann.
- Welche Rolle nehme ich eigentlich ein? Glaubensexpertin? Freundin? Ohnmächtige? Stellvertretende Pfarrerin? Beterin?
- Wie kann ich Gespräche führen und auf die Gefühle meines Gegenübers achten? Wie reagiere ich angemessen auf Worte und Gefühle und lese zwischen den Zeilen?
- Nähe und Distanz werden unterschiedlich erlebt – wo sind meine Grenzen? Wie viel Nähe tut mir gut? Wie viel Distanz brauche ich?
- In allem Engagement ist auch die Selbstfürsorge wichtig, damit einem die Ressourcen erhalten bleiben – und die Freude gleichermaßen!
- Dass Christinnen und Christen auch segnen dürfen, war eine neue Erkenntnis, fällt aber meist nicht allen leicht.
- Wie geht es mir, wenn ich viel vom Leben meines Gegenübers erfahre? Das kann eine Belastung sein, aber oft auch ein großes Geschenk.
- Inwiefern spielt in jeder Begegnung meine eigene Biografie mit hinein und auch meine geistlichen Wurzeln?
- Gefühle – die eigenen und die des Gegenübers – zu benennen, ist gar nicht so einfach und muss ständig geübt werden!
Im nächsten Jahr ist ein neuer Seelsorgekurs für Mitarbeitende in Betreuung und Pflege geplant. Er findet statt im Diakonischen Werk Württemberg im Zeitraum von Mai bis Dezember 2027.