Kirche und Diakonie schaffen bezahlbaren Wohnraum
Umnutzung von Gebäuden und Grundstücken schaffen auch Begegnungsorte
Stuttgart, 19. März 2026. Neue Räume für Wohnen und Begegnung schaffen Evangelische Landeskirche und Diakonie in Württemberg. Freiwerdende Gebäude werden umgebaut und neu genutzt, Grundstücke entsprechend bebaut.
Die Besonderheit dieses Engagements ist die Bereitschaft, kirchliche Flächen und Gebäude in Wohnräume umzuwandeln, ohne die kirchliche Nutzungsperspektive aus den Augen zu verlieren. So entstehen Räume, die Gemeinschaft, Kultur und soziale Begleitung verbinden – ein Gewinn für Gemeinden, diakonische Einrichtungen, Mieterinnen und Mieter sowie die Stadtteile.
„Zu einem menschenwürdigen Leben gehört angemessener Wohnraum“, sagt Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl. „Deshalb bringen wir auch gerne eigene Ressourcen ein.“ Für Oberkirchenrätin Dr. Annette Noller, Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg, nützt dieses Engagement besonders Menschen, die sonst keinen Wohnraum finden oder von Begleitung und Gemeinschaft besonders profitieren, „eine Win-Win-Situation für alle Seiten“.
Mit dem diakonisch-kirchlichen Projekt „Aufbruch Wohnen“ haben die Evangelische Landeskirche und ihre Diakonie ein Instrument entwickelt, um diakonische Sorge mit kirchlicher Verantwortung zu verbinden. Es bringt praxisnahe Lösungen in Planungsprozesse, Nutzungskonzepte und Betriebsmodelle ein.
Zehn kirchlich-diakonische Projekte und Initiativen hat das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen (MLW) mit dem Preis „Kirche und bezahlbares Wohnen“ ausgezeichnet. Sie tragen laut Jury auf innovative Weise zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum bei.
So gibt es in der Haigstkirche in Stuttgart bereits eine Wohnung, darüber hinaus ist die Weiterentwicklung zum Wohn-, Kultur- und Begegnungsort geplant. In Reutlingen entstand in enger Kooperation von Stadt, Diakonie und Kirchengemeinde ein neues Wohn- und Sozialzentrum rund um die Christuskirche. Neben 28 geförderten Wohnungen umfasst das Projekt Pflegeangebote, Begegnungsflächen und quartiersbezogene Infrastruktur. In Esslingen-Berkheim wird ein altes Pfarrhaus zum Wohnraum für eine integrative Wohngemeinschaft für Auszubildende.
Entwickelt wurde der Wettbewerb in der Arbeitsgruppe „kirchliche Ressourcen für bezahlbares Wohnen“ im Rahmen des Strategiedialoges der Landesregierung“. Deren Mitglieder empfehlen eine landesweite Nachahmung solchen Engagements.