Häusliche Krankenpflege stark gefährdet
Drohende Versorgungslücke durch Missachtung der Tarifbindung
Das Bundeskabinett hat heute den Gesetzentwurf zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beschlossen.
Die Diakonie Württemberg kritisiert die darin enthaltene Aufhebung der Refinanzierung von Tarifen in der medizinischen Behandlungspflege und Rehabilitation. Tariflöhne, die immer als wirtschaftlich angemessen anzuerkennen sind, soll es der häuslichen Krankenpflege nicht mehr geben. „Dieses Vorhaben gefährdet die wirtschaftliche und personelle Existenz ambulanter Dienste und riskiert eine Versorgungslücke“, warnt Oberkirchenrätin Dr. Annette Noller, Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg. Damit stehe die Versorgungssicherheit pflegebedürftiger Menschen infrage.
„Gerade in der Pflege brauchen wir ausreichend gute Pflegepersonen, denen wir faire Arbeitsbedingungen und angemessene Entlohnung bieten müssen und wollen“, sagt Dr. Kornelius Knapp, Vorstand Sozialpolitik im Diakonischen Werk Württemberg. Dafür brauche es die volle Anerkennung der Tarife und eine verlässliche Refinanzierung. Eine Abkehr von der Tarifrefinanzierung sei nicht hinnehmbar – im Sinn einer qualitativ hochwertigen Pflege und einer verdienten fairen Bezahlung der Pflegepersonen.