Beratungssituation zwischen zwei Frauen und einem Mann. Es sind jeweils nur die Hände bzw. Rücken zu sehen.

Schuldner- und Sozialberatung

Existenzsorgen – Ein Thema für viele Menschen mitten unter uns

Finanzielle Not und Sorgen um die eigene Existenz sind Alltag für viele Menschen – auch in Baden-Württemberg. Schulden werden zur Last, wenn das Einkommen und die Lebenssituation notwendige Rückzahlungen nicht ermöglichen.

Die Überschuldung von Privatpersonen ist in Deutschland seit Jahren sehr hoch. Laut Statistischem Bundesamt lag die bundesweite Überschuldungsquote 2024 bei über 8 Prozent.

Für Baden-Württemberg beträgt sie knapp 7 Prozent und ist leicht angestiegen. Unvorhersehbare Lebensereignisse wie Krankheit, Arbeitslosigkeit, Trennung/Scheidung zählen zu den Hauptauslösern von Überschuldung. Laut iff-Überschuldungsreport 2024 führen sie zusammen mit fehlenden Rücklagen zu ca. 40 Prozent der Überschuldungsfällen.

Im Zuge multipler Krisen sind Lebenshaltungskosten gestiegen und Ersparnisse zunehmend aufgebraucht, sodass weitere Haushalte in finanzielle Not zu geraten drohen. Zukunftsängste sind oftmals die unmittelbare Folge. Diese Lebenslage belastet Betroffene, ihre Familie und Kinder und kann sich auch auf die Gesundheit und viele weitere Lebensbereiche auswirken. In dieser Situation ist es wichtig, eine kompetente und umfassende sowie kostenlose Beratung zu erhalten.

Die diakonischen Schuldnerberatungsstellen in Württemberg richten sich mit ihrem Angebot der Sozialen Schuldnerberatung an überschuldete oder von Überschuldung bedrohte Menschen. Soziale Schuldnerberatung versteht sich als Beratungsangebot der Sozialen Arbeit und der Verbraucherberatung, die umfassende Hilfestellung gibt, um eine wirtschaftliche und psychosoziale Stabilität zu erreichen.

Gemeinsam mit dem Ratsuchenden wird die Gesamtsituation geklärt und nach passenden Lösungen gesucht. Mögliche Unterstützungsleistungen sind Haushaltsberatung und existenzsichernden Maßnahmen, z.B. Anträge auf Sozialleistungen oder Kontopfändungsschutz. Auch der Weg aus der Verschuldungssituation durch Verhandlungen mit den Gläubigern und Begleitung zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ist möglich.

In einigen Schuldnerberatungsstellen bestehen auch spezielle Angebote für bestimmte Zielgruppen (z.B. Jugendliche, ältere Menschen)  und Präventionsprogramme zur Finanzkompetenz.

Die Diakonie Württemberg vertritt das Arbeitsfeld sozialpolitisch und bringt ihre Expertise in Diskussionen auf Landes- und Bundesebene ein. Gleichzeitig vertritt die Diakonie Württemberg das Arbeitsfeld und ihre Mitgliedseinrichtungen in regionalen und überregionalen Gremien und engagiert sich in der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Baden-Württemberg. Hier geht es zum Liga-Bericht zu Struktur und Aufgabenstellungen der Sozialen Schuldnerberatung in Baden-Württemberg: „Soziale Schuldnerberatung wirkt! Krisen vorbeugen. Existenz sichern. Zukunft gestalten.“ (Berichtsjahr 2024)

Ihre Mitglieder unterstützt die Diakonie Württemberg mit Information und Beratung. Darüber hinaus werden fachliche Empfehlungen, konzeptionelle Grundlagen und Stellungnahmen zu Gesetzen und Verordnungen auf Landesebene erstellt.

Des Weiteren organisiert und moderiert das Diakonische Werk Württemberg Fachveranstaltungen, Fachtage und Arbeitskreise. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bearbeitung von Beihilfeanträgen der Mitglieder für Notfallhilfen aus den Fonds der Diakonie.

Ansprechperson

Nicole Pitteroff

Referentin Schuldner- und Sozialberatung

0711 1656233

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