Im Austausch mit der Landespolitik
Bündnis gegen Altersarmut lädt zum Gespräch vor der Landtagswahl
Im Vorfeld der Landtagswahl am 8. März 2026 hat das Bündnis gegen Altersarmut zum Dialog mit der Landespolitik eingeladen. Rund 100 Personen kamen im futurum der Diakonie Württemberg zusammen, um in einer interaktiven Diskussionsrunde im „Fishbowl“-Format direkt mit Politikerinnen und Politikern verschiedener Parteien zu sprechen.
„Wir als Bündnis wollen erreichen, dass alle älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger durch staatliche Sicherungssysteme im Alter gut leben können“, betonte Oberkirchenrätin Dr. Annette Noller, Vorstandsvorsitzende der Diakonie Württemberg, zu Beginn der Veranstaltung.
Die Sprecherinnen und Sprecher des Bündnisses, Hans-Josef Hotz (VdK), Maike Schollenberger (ver.di), Ulf Hartmann (Paritätischer Wohlfahrtsverband) und Dr. Annette Noller gaben kurze Impulse zu den Themen Gesundheit und Armut, Pflege in der Krise, Prävention – Wege zur Vermeidung von Altersarmut sowie bezahlbares Wohnen und soziale Infrastruktur.
Für die Diskussion vor Ort waren die Landtagsabgeordneten beziehungsweise Kandidierenden für den nächsten Landtag Oliver Hildenbrand MdL (Grüne), Ayla Cataltepe MdL (CDU), Andreas Kenner MdL (SPD), Rudi Fischer MdL (FDP), Hanna Binder (SPD) und Kim Sophie Bohnen (Linke) zu Gast.
„Eine besonders sensible Rolle nimmt das Thema Pflege ein. Denn ohne Pflege ist für Menschen mit Unterstützungsbedarf ein Leben in Würde kaum möglich“, erläuterte Diakonie-Vorstandsvorsitzende Noller. „Insbesondere von Altersarmut betroffene Menschen erleben: Pflege macht arm. Die hohen Eigenanteile in Pflegesituationen treffen arme Menschen besonders hart. Und andererseits macht auch die Pflege von Angehörigen arm, durch unterbrochene Berufsbiografien. Besonders vulnerabel sind Menschen in Wohnungslosigkeit, da sie häufig gar nicht pflegerisch versorgt sind. Hier braucht es dringend landespolitische Verantwortung, um den Kreislauf der Altersarmutsspirale zu durchbrechen.“
In Deutschland lebten 2024 rund 19 Millionen Menschen ab 65 Jahren. Etwa 3,7 Millionen von ihnen sind armutsgefährdet (Quelle: Destatis). Besonders häufig betroffen sind dabei ältere Frauen. Ende 2024 erhielten rund 739.000 Menschen in Deutschland Grundsicherung im Alter.
Das Bündnis gegen Altersarmut eint seit 2017 über 30 Sozialverbände, Gewerkschaften, zivilgesellschaftliche und kirchliche Organisationen in Baden-Württemberg.