Quartiersentwicklung

Suchet der Stadt Bestes – Nachbarschaft gemeinsam gestalten

Wie können in unserem Land Nachbarschaften, wie können ganze Gemeinwesen oder Quartiere gut und inklusiv zusammenleben? Auf diese Frage bieten die Mitglieder der Diakonie Württemberg direkt vor Ort wesentliche Antworten: indem sie wichtige Angebote für die unterschiedlichen Menschen in den Gemeinwesen machen und sich aktiv einbringen für die gemeinsame Gestaltung vielfältiger und lebenswerter Quartiere.

Diese Antworten fallen von der Methodik her unterschiedlich aus, doch es verbindet sie der biblische Grundsatz „Suchet der Stadt Bestes“ (Jeremia 29,7): Mit dieser Aufforderung macht der Prophet Jeremia den in der Metropole Babel lebenden Juden deutlich, dass auch sie – die dorthin zwangsumgesiedelt worden sind – ein verantwortlicher Teil dieser Stadt sind. Weil Gott für sie als sein Volk Gedanken des Friedens hat, liegt ihnen das Wohl aller am Herzen.

Dieser Grundlage entsprechend setzen sich Kirche und Diakonie für die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der sozialen Infrastruktur ein, stärken Eigeninitiative und Selbsthilfe, bauen Netzwerke auf und befähigen dadurch Menschen, sich selbstbestimmt in ihrem Quartier zu beteiligen und teilzuhaben an der Gemeinschaft.

Kirche und Diakonie sind Mitgestalterinnen des sozialen Nahraums

Gemeinwesenorientierte Arbeit der Bezirks- und Kreisdiakonie

Die Bezirks- und Kreisdiakoniestellen der Evangelischen Kirchenbezirke und der von ihnen gebildeten Kreisdiakonieverbände sind wichtige erste Anlaufstellen sowohl für Menschen in Notsituationen als auch für Bürger, die sich engagieren und in ihrem Quartier in guter Weise einbringen möchten. Mit ihrem gemeinwesenbezogenen Ansatz sind die kirchlich-diakonischen Dienste der Evangelische Kirchenbezirke eng mit den Evangelischen Kirchengemeinden verbunden und handeln in deren Auftrag. Als Mitglieder der Diakonie Württemberg sorgen diese kirchlichen Träger mit ihren diakonischen Diensten der Bezirks- und Kreisdiakonie über ihre eigenen Angebote hinaus für eine gute Vernetzung im Gemeinwesen und die Unterstützung des freiwilligen Engagements und des Ehrenamts. Durch Diakoniecafés, Second-hand-Ladenangebote, Mehrgenerationenhäuser, Vesperkirchen, soziale Gruppenangebote für unterschiedliche Personengruppen – insbesondere auch für Flüchtlinge – sowie den klassischen sozialen Beratungs- und Fachdiensten gibt es eine Vielzahl von Begegnungsorten in ganz Württemberg.

Gemeinwesenorientierte Arbeit der Einrichtungen und Träger

Die Einrichtungen und Dienste der Diakonie in den verschiedenen Handlungsfeldern haben langjährige und reichhaltige Erfahrung mit selbstverantworteten Projekten, die sie mit großem Aufwand realisiert haben. Dazu gehören beispielsweise Quartiershäuser in der Alten- oder Behindertenhilfe,Wohnungen für Wohnungslose, Mehrgenerationenhäuser oder Familienzentren. All diese Einrichtungen sind in ihren Nachbarschaften fest verankert. Die Menschen, die darin arbeiten und leben, gestalten ihre Quartiere engagiert mit und bauen Netzwerke auf. Dadurch stärken sie Eigeninitiative und Selbsthilfe. Finanziell basieren die meisten dieser Quartiersentwicklungsprojekte der Diakonie auf Projekt oder Anschub-finanzierungen, bei denen die Träger immer Eigenmittel einbringen. Die konzeptionelle Ausrichtung der jeweiligen Projekte wird fachlich begleitet durch die Landesgeschäftsstelle und durch den jeweiligen Fachverband.


Diakonie aktiv im Quartier – Beispiele

Stuttgart-Feuerbach
Das Quartier „Feuerbacher Balkon“ umfasst rund um den Kitzbüheler Weg 160 neu erbaute Eigentumswohnungen, eine Kindertagesstätte, Wohnungen für Menschen mit Behinderungen sowie einen ambulanten Pflegedienst und eine Tagespflege. Hinzu kommen die angrenzenden Wohngebiete mit rund 1500 Bewohnern, hier wohnen Familien, Paare und Singles aller Generationen. Im Zentrum des Wohnquartiers steht das Service- und Quartiershaus. Dessen Wohnungen werden bevorzugt an ältere Menschen mit Hilfebedarf vermietet.

Ravensburg-Nordstadt
Die von der Stadt Ravensburg und dem Diakonischen Werk Ravensburg eingerichtete Projektstelle Quartiersmanagement setzt sich gemeinsam mit vielen weiteren Gruppen für die Anliegen und Interessen der Menschen im Stadtteil Nordstadt ein.

Weinstadt
Das Familienzentrum Weinstadt ist ein Ort der Begegnung für Familien und alle Generationen. Professionelle Fachkräfte und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer arbeiten im Familienzentrum eng verzahnt zusammen. Gemeinsam bieten sie Austausch, Bildungsangebote, Beratung und Begleitung in allen Lebenslagen an.

Kirchheim/Teck
Die Beratungsstelle „Chai“ unterstützt Geflüchtete mit einer Vielzahl gemeinwesenbezogener Angebote. Dazu gehören vielfältige Begegnungsangebote in den Quartieren ebenso wie die Arbeit mit den unterschiedlichen kulturellen Potenzialen.

Schwäbisch Gmünd, Nagold, Heilbronn
Die Migrationsfachdienste der Bezirksdiakoniestellen ergänzen ihr Beratungsangebot durch gemeinwesenorientierte Projekte, wie zum Beispiel in der Elternbildungsarbeit. Teilweise sind sie aktiv in Mehrgenerationenhäuser, indem sie dort Beratung und Gruppenangebote anbieten.

Bei Fragen wenden SIe sich bitte an
Catharina Schultheiß,  quartiersentwicklung@diakonie-wuerttemberg.de