Menschenhandel und Prostitution

Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung und Zwangsprostitution ist in Deutschland ein Straftatbestand (§ 232 StGB). Menschenhandel liegt vor, wenn eine Person unter Ausnutzung ihrer persönlichen oder wirtschaftlichen Zwangslage oder Hilflosigkeit in eine Ausbeutungssituation gebracht wird. Menschenhandel ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und ein Verstoß gegen die Unversehrtheit und Würde des Menschen.

Prostitution bezeichnet das Vornehmen sexueller Handlungen gegen Entgelt oder andere Gegenleistungen. Prostitutionist in Deutschland seit 2002 nicht mehr sittenwidrig und wird durch das Prostitutions- (ProstG) und das Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) gesetzlich geregelt. Menschen in der Prostitution sind aufgrund ihrer Tätigkeit häufig von Stigmatisierung, Diskriminierung und Abwertung betroffen.

    Diakonische Fachberatungsstellen in Württemberg

    Fachberatungsstellen für Betroffene von Menschenhandel

    Betroffenen von Menschenhandel finden in Württemberg bei zwei diakonischen Fachberatungsstellen Hilfe und Unterstützung: beim Fraueninformationszentrum FIZ in Stuttgart und bei der Mitternachtsmission in Heilbronn.

    Die Beraterinnen stehen den Betroffenen anonym oder persönlich vor Ort zur Seite und unterstützen beim Aufbau einer Existenz in Freiheit und Sicherheit, stärken diese in ihren Rechten und begleiten bei einem Prozess vor Gericht, wenn die Betroffenen zu einer Aussage bereit sind.

    Zur deutschlandweiten Fachberatungsstellensuche geht es hier.

    Fachberatungsstellen für Menschen in der Prostitution

    In Württemberg gibt es drei diakonische Beratungsstellen, an die sich Menschen in der Prostitution wenden können: die Mitternachtsmission in HeilbronnRahab in Esslingen und Ela in Ulm.

    Die Beraterinnen unterstützen Menschen in der Prostitution bei allen rechtlichen, gesundheitlichen und existenzsichernden Anliegen, Fragen und Nöten. Falls gewünscht wird ihnen beim Ausstieg aus der Prostitution geholfen.

    Zum Info-Portal für Prostituierte in Baden-Württemberg geht es hier.

    Das Referat Menschenhandel und Prostitution

    Die Landesgeschäftsstelle der Diakonie Württemberg unterstützt die Fachberatungsstellen bei Finanzverhandlungen mit dem Sozialministerium und betreibt Lobbyarbeit für die Interessen und Bedarfe der Beratungsstellen, z.B. im Unterausschuss „Frauen und Gewaltschutz“ der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V.

    Sie ist vernetzt im Arbeitskreis „AKtiv gegen Menschenhandel“, in dem alle diakonischen Beratungsstellen für Betroffene von Menschenhandel in Baden-Württemberg zusammengeschlossen sind, und tauscht sich bundesweit mit der Diakonie Deutschland und anderen diakonischen Beratungsstellen aus.

    Darüber hinaus fördert die Landesgeschäftsstelle die kritische Auseinandersetzung mit und den Austausch über Prostitution in Kirche und Diakonie.


    Jasmins Weg aus der Zwangsprostitution

    Durch die Wiedergabe dieses Videos speichert YouTube möglicherweise persönliche Daten, wie Ihre IP-Adresse.