Sinnvolle Weiterverwendung nicht mehr benötigter Möbel

Das Sachsenheimer Helferteam

Für den Müllcontainer viel zu schade fand Peter Dannenhauer die sehr gut erhaltene Einrichtung des Altenpflegeheims Burghalde in Sindelfingen. Deshalb suchte der langjährige Heimleiter des vom Evang. Diakonievereins Sindelfingen getragenen Pflegezentrums nach sinnvoller Weiterverwendung nicht mehr benötigter Möbel. Die übrig gewordenen Pflegebetten, Schränke, Tische, Stühle sowie weitere Einrichtungsgegenstände werden im sanierungsreifen Teil der Einrichtung später ersetzt. Auf Initiative von Landeskirchenmusikdirektor Matthias Hanke, selbst Sindelfinger, kam der Kontakt zum Württembergischen Gustav-Adolf-Werk (GAW) zustande. Es pflegt im Auftrag der Evangelischen Landeskirche Verbindungen zu mehr als 50 Partnerkirchen in 3 Kontinenten und 30 Ländern. Nach Hilfstransporten in die Länder Slowenien, Slowakei, Polen, Kroatien und Litauen wird durch die erste Aktion im Jahr 2022 auch die Verbindung zur tschechischen Diakonie vertieft.

Unter den etwa 10,5 Millionen Tschechen leben heute etwa 70.000 Protestanten in 251 Gemeinden. Die „Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder“(EKBB),“Českobratrská církev evangelická“, deren Wurzeln bis Johannes Hus zurückreichen, betreibt derzeit über 150 diakonische Einrichtungen. Dort werden neben Kindern mit Einschränkungen, Alten und Pflegebedürftigen, Romas und anderen Benachteiligten auch besonders vulnerable Gruppen betreut. Zu den vier grössten Pflegeheimen mit jeweils über 100 Bewohnern gehört auch die Einrichtung in Krabčice, bei der am 9.2. die Sindelfinger Möbel angekommen sind.  Mgr. Aleš Gabrysz, Direktor dieser Einrichtung 40 km nördlich von Prag, hat durch Pfarrer Gerhard Frey-Reininghaus, dem langjährigen „Aussenminister“ der Böhmischen Brüderkirche, vom kostenlosen Württembergischen Angebot aus Sindelfingen erfahren.

Beim Ausladen in Krabčice

Am 9. Februar 2022 wurden die Sindelfinger Möbel im Gebrauchswert von mindestens 20.000 € im etwa 600 km entfernten Krabčice ausgeladen. Nach Angaben des dortigen Direktors freuen sich Mitarbeiterinnen und Bewohner auf die Pflegebetten aus Württemberg auch deshalb besonders, weil eine Anschaffung in Böhmen bislang am Geld scheiterte.

Das Sachsenheimer Helferteam unter Leitung des ehemaligen GAW-Geschäftsführers Ulrich Hirsch aus Spielberg sorgte mit seinem beherzten Zupacken dafür, dass diese Aktion mit der Ankunft in Tschechien gut beendet werden konnte. Die Finanzierung der Transport-, Vorbereitungs- und Regiekosten übernimmt dankenswerterweise die Aktion „Hoffnung für Europa“ des Diakonischen Werkes Württemberg, das GAW, sowie Einzelspender. Dadurch wird ein weiterer Beitrag zur Ressourcen schonenden Weiterverwendung kostbarer verarbeiteter Rohstoffe geleistet. Dass trotz Pandemie mit erschreckend hohen Inzidenzwerten in beiden Ländern der Transport ohne Nebenwirkungen glücklich verlief, wirkt wie ein Lichtblick und eine gute Nachricht in dunklen Zeiten.

Sindelfingen/Sachsenheim, den 10.2.2022 /Ulrich Hirsch



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