Den Menschen nahe - durch Seelsorge

Tod, Trauer, Einsamkeit, plötzliche Erkrankung, Liebeskummer. Seelsorgende von Diakonie und Kirche begegnen Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenslagen. Bei einem Studientag in Birkach vergangenen Freitag  konnten Haupt- und Ehrenamtliche aus der Slowakei und Deutschland ihre Kenntnisse diesbezüglich vertiefen und Erfahrungen austauschen.

In Ihrem Vortrag über die Telefonseelsorge, gab Martina Rudolph-Zeller, Leiterin der Telefonseelsorge Stuttgart, Einblicke in die Arbeit der mehr als 1.000 qualifizierten Ehrenamtlichen in Baden-Württemberg. Anonym, kompetent und rund um die Uhr steht das kostenlose Angebot der telefonseelsorge-stuttgart.de allen Menschen offen, auch an Weihnachten oder anderen Feiertagen. Angeboten wird Seelsorge per Telefon, per Chat und per Mail. Am häufigsten geben die Menschen an, Einsamkeit sei der Grund ihres Anrufes (23%), während jede vierte Chatteilnehmende und Mailschreibende, depressive Verstimmungen als Hauptgrund angeben. Hilfreich sei für viele die neue KrisenKompass App, die kostenlos zum Herunterladen auf den eigenen Smartphone zur Verfügung steht. Aus vielen Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer der Angebote der Telefonseelsorge, fühlt sich das Team bestätigt und berührt wenn es wieder heißt: „Ohne euch wäre ich heute nicht am Leben.“

Ulrich Matthias Spengler, von der Evangelischen Polizeiseelsorge in Mitteldeutschland stellte die Polizeiseelsorge, als eine Einrichtung der Polizei zur Betreuung der Beschäftigten in Glaubensfragen, speziellen ethisch-moralischen Aspekten des Berufs und als Möglichkeit für vertrauliche Gespräche und Beratung, vor. In seinem Vortrag machte der deutlich, das die Seelsorgefelder Polizei- und Notfallseelsorge, eine nachhaltige, gewollte und wertgeschätzte Form der Verkündigung des Evangeliums Jesu Christ in Wort und Tat, die in unserer Gesellschaft sehr willkommen sind.

Aus der Slowakei gab Pfarrerin Eva Osliková mit ihren Polizeipfarrkollegen Einblicke in den Pastoralen Dienst vor Ort, der wie die Bezeichnung deutlich macht, ausschließlich von Pfarrerinnen und Pfarrern angeboten wird. Während die Polizeipfarrer sehr gutes und klares Regelwerk für ihren Pastoralen Dienst haben, handhaben die Gemeindepfarrerinnen und Gemeindepfarrer diesen Dienst sehr unterschiedlich. Das Wort Seelsorge sei vor Ort für jeden Verständlich, von amtlicher Seite aber eben Pastoraler Dienst genannt. Grundsätzlich stünden die Gemeindepfarrerinnen und –pfarrer auch in der Slowakei vor der Herausforderung, das sie im Alltag mit so vielen Aufgaben zu tun haben, daß intensivere Seelsorgeangebote auf der Strecke bleiben.

Gemeinsam ist es allen Diensten das hier Menschen sich Zeit nehmen für ihre Mitmenschen, ob ehren- oder hauptamtlich. Der Austausch hat deutlich gemacht: Wir können alle stolz sein auf unsere Angebote. Gleichzeitig bleibt es eine Aufgabe für weitere Wertschätzung der Seelsorge in Gesellschaft und Politik zu sorgen und den Betroffenen stärkere Stimmen zu geben. Professionelle Auswertungen der Themen, die in der Seelsorge ankommen geben einen guten Einblick in die Nöte der Menschen. Gleichzeitig gilt weiterhin die Kompetenzen der Seelsorgenden auszubauen und die gute Qualität der Ausbildungsstandards zu behalten. Hier waren die Anwesenden an vielen Projekten in der Vergangenheit bereits beteiligt, wie z.B. an https://listening-skills.eu/

Die Partnerschaft zwischen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), der Evangelischen Kirche A.B. in der Slowakei und der Evangelischen Landeskirche in Württemberg besteht seit knapp 30 Jahren. Die Studientagung dient dem Erfahrungsaustausch und findet jährlich im Wechsel bei einer Partnerkirche statt. Das nächste Treffen findet Mitte Juni 2023 in der Slowakei statt.



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