Eurodiakonia Romanetzwerk

Am 10. und 11. Juni trafen sich die Mitglieder von Eurodiaconia in Prag zum ersten persönlichen Treffen des "Roma Inclusion Network" seit dem Ausbruch der Pandemie im Jahr 2020. Die Veranstaltung wurde von der Diakonie der Böhmischen Brüder in der Tschechischen Republik (ECCB) ausgerichtet. Im Fokus des Meetings war der Zugang zu hochwertiger Bildung und Beschäftigung für Roma.

Der erste Tag diente der Begegnung und der gemeinsamen Diskussion. Zunächst berichtete der Gastgeber über die Arbeit, die Diakonie in der Tschechischen Republik zur Unterstützung der Roma-Gemeinschaften leistet. Anschließend berichteten Wissenschaftler von "PAQ Research", einer soziologischen Forschungseinrichtung, die sich auf die Nutzung von Forschungsergebnissen zur Entwicklung einer effektiveren Bildungs- und Sozialpolitik konzentriert, von aktuellen Studien. Sie stellten ihre Arbeit über die Segregation im Bildungsbereich und die Auswirkungen der sozialen Ausgrenzung in der Tschechischen Republik vor. Den Abschluss der Vormittagssitzung bildete ein Update zur EU-Politik, in dem der strategische Rahmen der EU für die Integration der Roma, die nationalen strategischen Rahmen für die Roma und die nationalen Roma-Kontaktstellen vorgestellt wurden.

Am Nachmittag stellten Eurodiaconia-Mitglieder ihre Arbeit vor, die sie in ihrem eigenen Umfeld in Bezug auf den Zugang zu Bildung und Beschäftigung leisten. Wir hörten viele ermutigende Präsentationen und ließen uns von der Arbeit inspirieren, die in unserem Netzwerk geleistet wird. Wir wurden auch mit der Frage konfrontiert, was es bedeutet, Arbeit "für" oder "mit" Roma-Gemeinschaften zu leisten. Der Tag endete mit einer Sitzung zur gemeinsamen Erarbeitung von politischen Empfehlungen, in der die Mitglieder auf der Grundlage ihrer Erfahrungen gemeinsam Vorschläge für eine Politik zur Integration der Roma auf EU-Ebene entwickelten.

Am zweiten Tag besuchten wir den Club Kruháč (Karussell), ein niedrigschwelliges soziales Zentrum in der Stadt Jablonec nad Nisou. Die Mitarbeitende erzählten uns von ihrer Arbeit, mit der sie sowohl Roma- als auch Nicht-Roma-Kinder, -Jugendliche und -Familien in der Stadt unterstützen, indem sie außerschulische Aktivitäten, Nachhilfeunterricht und Begleitung bei der Navigation durch das Bildungssystem und beim Zugang zu Beschäftigung anbieten. Es war eine gute Gelegenheit, aus erster Hand von den Sozialarbeiterinnen und -arbeitern des Zentrums, von denen mehrere Roma sind, zu hören und zu sehen, welche positiven Auswirkungen das Zentrum auf die Gemeinschaft hat.  

Für uns von der Diakonie Württemberg war es hilfreich und ermutigend an dem Meeting teilzunehmen, auch wenn dieser im Vergleich zu den großen Meetings vor Corona sehr klein war (auf dem Bild sind nur die Teilnehmende vor Ort, mehrere Personen wurden auch zugeschaltet). 



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