07. November 2022

Aus dem Rahmen

© Foto: Miriam - Getanztes Gebet Copyright: Marlies Spiekermann

Bilder von Marlies Spiekermann im Kloster Kirchberg

Rahmen vermitteln Schutz, Geborgenheit, Vertrauen. Rahmen können Lebensimpulse auch einschränken, gar verhindern. In dramatischen Lebenszusammenhängen können Rahmen so eng werden, dass Würdeverlust entstehen kann. Dies kann auch auf subtile Weise wirksam werden, die nach außen kaum in Erscheinung tritt. Durch Machtlosigkeit, Namenlosigkeit, De-Personalisierung, Entfremdung vom Eigenen.

Auch in der jahrhundertelangen Auslegungsgeschichte der Bibel, sind Frauen unsichtbar, namenlos oder verfremdet worden. In der feministischen Theologie wurden sie wieder entdeckt und in ihren Einflüssen gewürdigt.

Marlies Spiekermann nähert sich in ihren Bildern in einem vielschichtigen Resonanzprozess biblischen Frauen, die vorgegebene, identitätsverweigernde rechtliche, kulturelle und religiöse Rahmenbedingungen überwanden. Manchmal protestierend, manchmal subversiv, manchmal listig, manchmal in lebensgefährlichem Widerstand, folgten sie ihrer inneren Landkarte der Sehnsucht nach Würde für sich und andere. Sie können uns damit in Zeiten des Umbruchs Vorbild sein.

Marlies Spiekermann studierte Erziehungswissenschaften und Soziologie an der Universität Tübingen und arbeitete viele Jahre in der Entwicklungspolitik und Entwicklungszusammenarbeit. Durch eine langjährige schwere Tropenkrankheit musste sie ihren Beruf aufgeben und begann sich der Kunst zu widmen.

Die Ausstellung „Aus dem Rahmen“ ist vom 27.11.2022 bis 25.02.2023 zu sehen im Erdgeschoss des Konventgebäudes vom Berneuchener Haus Kloster Kirchberg in Sulz am Neckar. Das Haus ist geöffnet von 10 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei.
Am 27. November findet um 10.30 Uhr eine Vernissage statt, die Künstlerin, Marlies Spiekermann wird anwesend sein.

Foto: Miriam - Getanztes Gebet
Copyright: Marlies Spiekermann

Sommersammlung 2024

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“ (Psalm 31,9) Die Diakonie Württemberg setzt sich ein für heilsame Räume: für bezahlbares Wohnen, gutes Zusammenleben in Nachbarschaften und umfassenden Schutz für Notleidende. Auch die Beratungsstellen eröffnen neue Perspektiven.