Existenzsorgen – Ein Thema für viele Menschen mitten unter uns

Finanzielle Not und Sorgen um die eigene Existenz sind Alltag für viele Menschen – auch in Baden-Württemberg. Schulden werden zur Last, wenn das Einkommen und die Lebenssituation es nicht mehr zulässt, dass notwenige Rückzahlungen möglich sind. 

Die Überschuldung von Privatpersonen ist in Deutschland seit Jahren sehr hoch. Die Überschuldungsquote aus den Analysen 2019 betrug 10%, das heißt, dass 6,9 Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind (Schuldneratlas 2019).

Durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind weitere Haushalte in finanzielle Not geraten. Das belastet die Betroffenen, die Familie und Kinder und kann sich auch auf die Gesundheit und viele weitere Lebensbereiche auswirken. In dieser Situation ist es wichtig, eine kompetente und umfassende sowie kostenlose Beratung zu bekommen.

Die diakonischen Schuldnerberatungsstellen in Württemberg richten sich mit ihrem Angebot der Soziale Schuldnerberatung an überschuldete oder von Überschuldung bedrohte Menschen. Soziale Schuldnerberatung versteht sich als Beratungsangebot der Sozialen Arbeit und der Verbraucherberatung, die umfassende Hilfestellung gibt, um eine wirtschaftliche und psychosoziale Stabilität zu erreichen.

Gemeinsam mit dem Ratsuchenden wird die Gesamtsituation geklärt und nach passenden Lösungen gesucht. Mögliche Unterstützungsleistungen sind Haushaltsberatung und existenzsichernden Maßnahmen, z.B. Anträge auf Sozialleistungen oder Kontopfändungsschutz. Auch der Weg aus der Verschuldungssituation durch Verhandlungen mit den Gläubigern und Begleitung zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ist möglich.

An einigen Schuldnerberatungsstellen gibt es auch spezielle Angebote für bestimmte Zielgruppen (z.B. Jugendliche, ältere Menschen)  und Präventionsprogramme zur Finanzkompetenz.