03. Dezember 2019

Ausstellung “Ja – zur Selbstbestimmung”

Grußwort von Eva-Maria Armbruster, Vorstand Sozialpolitik im Diakonischen Werk Württemberg

Bei der Ausstellung “Ja – zur Selbstbestimmung” zeigen Schülerinnen der Mädchenklassen der Albert-Schweitzer-Schule Rohr und Dietrich-Bonhoeffer-Schule Plieningen ihre Werke.

Mehr als 60 jugendliche und erwachsene Gäste füllten das Atrium der Landesgeschäftstelle des Diakonischen Werks Württemberg und hörten mit großem Interesse die einführenden Grußworte zur Eröffnung der Ausstellung. Auf zwei Stockwerken gibt es Zeichnungen, Collagen, Skulpturen und Objekte von Schülerinnen der Mädchenklassen der Albert-Schweitzer-Schule Rohr und Dietrich-Bonhoeffer-Schule Plieningen zu sehen, beide Schulen sind Teil der Stiftung Jugendhilfe aktiv.

Die Kunstwerke entstanden im Rahmen eines gemeinschaftlichen Projekts anlässlich des „Internationalen Tages für die Beseitigung jeglicher Gewalt gegen Frauen“. Dieser Gedenktag wird auf Basis einer Resolution der Vollversammlung der Vereinten Nationen jährlich am 25. November begangen.

Eva-Maria Armbruster, Vorstand Sozialpolitik im Diakonischen Werk Württemberg, stellte in ihrem Grußwort die Übereinstimmung des Themas der Ausstellung mit dem Auftrag der Diakonie in den Mittelpunkt. So sei es ein zentrales Thema der Diakonie, „die Anliegen und Bedürfnisse von Menschen wahrzunehmen und sichtbar zu machen“. Auf beeindruckende Weise gelinge es den Kunstwerken, die Bedürfnisse und Erwartungen der Schülerinnen an ein selbstbestimmtes Leben darzustellen. Mit diesem Anliegen erfüllten die Schülerinnen den zentralen diakonischen Leitsatz, Menschen im Bewusstsein ihrer Einzigartigkeit vor Gott in den Mittelpunkt zu stellen. Zugleich sei die Ausstellung ein Aufruf zu „mehr Teilhabe und Gerechtigkeit“ und damit eine „starke Botschaft im Kampf gegen Gewalt, Unterdrückung und Abwertung von Frauen“. Sie hob insbesondere den von den Mitarbeitenden der Stiftung Jugendhilfe aktiv verfolgten Ansatz einer ganzheitliche Erziehung hervor. Damit schaffe die Stiftung nun schon seit Jahren einen wertvollen Raum für die spezifischen Bedürfnisse der unterrichteten Mädchen. Die Ausstellung der Mädchenklassen sei ein sichtbares Ergebnis dieses Ansatzes.

Ulrich Teufel, der Pädagogische Vorstand der Stiftung Jugendhilfe aktiv, benannte als Ziel der Stiftung, jedem einzelnen Kind, jedem einzelnen Jugendlichen mit passgenauen Angeboten Schutzraum und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Dies gelte auch für die zehn Mädchenklassen der stiftungseigenen Schulen in Stuttgart-Rohr und Plieningen. Er drückte seinen Respekt für den Mut und die Offenheit der Schülerinnen aus, in dieser Form mit ihrem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen. Sein großes Vertrauen und seine Hochachtung gelte insbesondere auch der kompetenten engagierten Arbeit der Lehrerinnen.

Carolin Westermann, Lehrerin der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, sagte, sie sei stolz auf die vielfältigen Arbeiten der Schülerinnen und wies darauf hin, dass Selbstbestimmung kontinuierlich implizit und explizit im Mittelpunkt des Unterrichts mit den Schülerinnen der Mädchenklassen stehe. Es sei folgerichtig gewesen, drei Schülerinnen der Mädchenklassen die Aufgabe zu übertragen, in die Thematik der Ausstellung einzuführen.

Drei Schülerinnen sagten, Selbstbestimmung bedeute, sich nicht anzupassen und unterzuordnen. Dies sei ihnen im Rahmen der Projektarbeit klar geworden. Doch Einschränkungen bis hin zu körperlicher Gewalt gegen Mädchen und Frauen geschähen auch im 21. Jahrhundert, so die jungen Frauen.

Sie und ihre Klassenkameradinnen wollten durch die Kunstwerke auf diese Missstände aufmerksam machen. Der durch diese Arbeit erwachsende Mut ermögliche es, als ersten Schritt die Missstände zu benennen, um sie dann zu ändern und ein gleichberechtigtes Leben zu führen.

Fotos zur Ausstellung

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