29. April 2015

Teilhabe durch Arbeit für alle

Zum Tag der Arbeit (1. Mai) fordert die Diakonie einen inklusiven Arbeitsmarkt.

Zum Tag der Arbeit (1. Mai) weist die Diakonie in Württemberg auf den Stellenwert eigener Erwerbstätigkeit hin. Politische und gewerkschaftliche Erfolge für gute und sichere Arbeit in Handwerk und Industrie seien nicht alles. „Arbeit ist in unserer Erwerbsgesellschaft eine zentrale Kategorie von gesellschaftlicher Teilhabe“, sagt Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg. Menschen, die keinen Zugang zu Arbeit haben, müssten neben materiellen auch gesundheitliche Belastungen in Kauf nehmen.

Stuttgart, 29. April 2015. Arbeitslosigkeit ist nach Erfahrung der Diakonie die Hauptursache von Armut. Die Überwindung von Armut und Ausgrenzung braucht deshalb die Teilhabe an Arbeit. „Auch die Menschen, die jahrelang arbeitslos waren, wollen arbeiten. In unsere soziale Beschäftigungsunternehmen kommen viele Tag für Tag, nur um Kontakte, Tagestruktur und eine sinnvolle Beschäftigung zu haben“, stellt Kaufmann fest. Durch Arbeit können Menschen sich mit ihren Gaben und Fähigkeiten einbringen.

Die Diakonie unterstützt mit ihren Angeboten insbesondere Menschen, die psychisch krank, behindert, wohnungslos oder suchtgefährdet sind. „Der Erfolg der Rehabilitation hängt ganz entscheidend davon ab, ob auch diesen Menschen eine Teilhabe an Arbeit ermöglicht werden kann“, bilanziert Kaufmann die Erfahrungen der Diakonie. Erst die Teilhabe an Arbeit sichere den Erfolg von Projekten zur sozialen und gesundheitlichen Integration.

Menschen, die wegen fehlender Qualifikation, aus gesundheitlichen Gründen oder wegen anderer Einschränkungen keine Chancen auf dem allgemeinen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt haben, brauchen Unterstützung. Ob unterstützte Ausbildung, leicht zugängliche Integrationsjobs oder öffentlich geförderte Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt das richtige Instrument ist, hängt ab von den persönlichen Bedingungen und Integrationschancen. „Wir müssen die Integration in Arbeit besser abstimmen mit den Unterstützungsbedarfen der ausgegrenzten Menschen“, fordert Kaufmann.

Für einen großen Teil der langzeitarbeitslosen Menschen ist dabei sogar der Sprung in den allgemeinen Arbeitsmarkt möglich. Dazu sind öffentlich geförderte Beschäftigung und gezielte Unterstützung als tragfähige Brücken notwendig. Finanzieren lässt sich das mit dem von der Diakonie entwickelten Modell des Passiv-Aktiv-Transfers. Es wird Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanziert und der Anreiz gesetzt, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die örtlichen Jobcenter können den Einsatz steuern. „Wir müssen die Widersprüchlichkeiten in der Arbeitsmarktpolitik auflösen und die Versäulung in den Sozialgesetzbüchern aufbrechen, um Lösungen zu entwickeln, die unterschiedlich benachteiligten Menschen eine Integration in Arbeit ermöglichen“, fasst Kaufmann das Anliegen der Diakonie zum „Tag der Arbeit“ am 1. Mai zusammen. „Unsere Zielvorstellung ist ein inklusiver Arbeitsmarkt.“


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