17. Januar 2021 News

„Haltung der Barmherzigkeit“

Predigt von Oberkirchenrätin Dr. Annette Noller. © Monika Johna

Mit einem festlichen Gottesdienst ist die Vesperkiche Stuttgart gestartet. Unter Einhaltung der Corona-Regelungen fand der Gottesdienst, bei dem auch der Hymnuschor musikalisch mitgestaltete, mit beschränkter Besucherzahl in der Kirche statt. Das Streaming lud zum Mitfeiern an den Bildschirmen ein.

Oberkirchenrätin Dr. Annette Noller, Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg, sagte in ihrer Predigt, dass die diesjährige Jahreslosung aus dem Lukasevangelium „Überschrift, Leitwort und Motto“ für das Jahr 2021 sein soll. Der Vers „Seid barmherzig wie auch euer Vater barmherzig ist“ sei eine Aufforderung zu einer christlichen Haltung der Barmherzigkeit.

Dass die Vesperkirche trotz Corona-Pandemie eröffnet, wertet Noller als „ein Zeichen in unsere Kirche und in unsere Gesellschaft hinein, dass Gottes väterliche Liebe tatsächlich allen Menschen gilt und wir uns als seine Kinder Gottes verstehen, mit sehr verschiedenen Lebenswegen, mit innerlichen und äußerlich sichtbaren Brüchen“. Schnell könne das Leben eine unheilvolle Wendung nehmen: durch Krankheit, plötzliche Arbeitslosigkeit, oder eine Lebenskrise.

Oberkirchenrätin Noller dankte allen Haupt- und Ehrenamtlichen, die mit viel Flexibilität und zumindest die leibliche Versorgung in diesem Jahr ermöglichen. Sie bedauere, dass vieles von dem, was die Vesperkirche ausmacht, ausfallen muss: das gemeinsame Essen, die begleitenden medizinischen und hygienischen Angebote, Gottesdienste und Kultur.

Diakonische Angebote seien gefragt, denn Corona habe dazu geführt, dass Arme noch ärmer und Einsame noch einsamer würden. Eine polarisierte Gesellschaft drifte weiter auseinander. Die Jahreslosung rufe zum verantwortungsvollen Handeln auf.“ Wie in der Vesperkirche erführen Menschen in den Angeboten der Diakonie die Zuwendung, die in einer Krise Gemeinschaft ermöglicht und neue Perspektiven eröffnet.

Die Jahreslosung stelle diakonisches Handeln in Vesperkirche und Beratung in den großen Zusammenhang der Verheißungen Gottes. „Sie ist eingebunden in die Vision einer Gesellschaft, die keinen Menschen in keiner Lebenssituation aufgibt“. Diese Vision solle Leitbild sein, ein Leitbild, das Kirche und Diakonie selbst einlösen, das sie aber auch einfordern in Politik und Gesellschaft – gerade im Jahr der Pandemie und der Krise. „Diakonisches Handeln lebt aus einer Haltung der Barmherzigkeit, von der wir reden, aus der wir handeln und die wir aus dem Glauben an Gott, dem Vater schöpfen.“

Zur Aufzeichnung des Gottesdienstes