15. Januar 2020

Neue Gehörlosen-Pfarrerin

Begeisterung für Gebärdensprache und Einfühlungsvermögen in die Lebenssituation von Gehörlosen – beides bringt Pfarrerin Daniela Milz-Ramming für ihre neue Stelle mit. Am 11.1.2020 wurde sie in der Stuttgarter Markuskirche in ihr Amt als Landespfarrerin für Gehörlosenseelsorge eingeführt. „Ich will dich leiten mit meinen Augen“ – mit diesem Bibelwort schlug Milz-Ramming in ihrer Predigt eine Brücke zwischen der Bibel und der Welt der Gehörlosen. Denn Gehörlose kommunizieren nicht nur mit den Händen, genauso brauchen sie dabei auch ihre Augen und die Mimik. Ein Blick kann mehr als tausend Worte bedeuten.

Oberkirchenrat Dieter Kaufmann führte die Investitur durch und auch viele andere waren an diesem besonderen Gottesdienst beteiligt: Pfarrer Ulrich Hartmann vom Leitungskreis Gehörlosenseelsorge, Kirchenrätin Dr. Karin Grau und Kirchenrätin Eva-Maria Armbruster, Vorstand Sozialpolitik des Diakonischen Werks. Während früher von Gehörlosen erwartet wurde, dass sie sich, ohne selbst zu hören, in der Welt der Hörenden zurechtfinden, ist es heute selbstverständlich, dass die deutsche Gebärdensprache erlernt wird, bevor man in der Seelsorge für gehörlose Menschen tätig wird. So war auch die Hauptsprache des Investitur-Gottesdienstes die Gebärdensprache und wurde beispielsweise vom Stuttgarter Gebärdenchor mit  Liedbeiträge in Gebärden begleitet.

Die Geschäftsstelle des Landesgehörlosenpfarramts ist in der Landesgeschäftsstelle des Diakonischen Werks Württemberg angesiedelt. Als Hauptamtliche sind dort die neue Landespfarrerin Milz-Ramming, ein Diakon und ein Pfarrer mit halber Pfarrstelle angestellt. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen, die diese Aufgabe als Nebenamt übernehmen, bietet die Gehörlosenseelsorge jährlich ca. 180 gebärdensprachliche Gottesdienste an 20 Orten in Württemberg an. Ebenso gehören Reisen, Ausflüge, Kasualien und Seelsorgegespräche dazu.


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